20 Der Hang zu allgemeinen Gesetzen
Zwar lobe man an einer jeden Maschine den einfachenHebel; und die größte Menge der Würkungcn ist nicht be-wundernswürdiger, als wenn sie durch die kleinste Kraft(Minimum) hervorgebracht wird. Allein kein vernünfti-ger Mensch wird läugncn, daß da, wo hundert tausendzusammengesetzte Hebel zugleich das Verdienst der kleinstenKraft erhalten, die Wirkungen unendlich schöner und grö-ßer seyn müssen. Ein Staat, worinn ein jeder der voll-kommensten Freyheit genießt, und dasallgemeineBestezu-gleich im höchsten Grad erhalten wird, ist unstreitig besser,glücklicher und prächtiger, als ein andrer, worinn das letztemit einer großem Aufopferung der Freyheit aufs theuer-ste erkauft werden muß. Jener aber wird gewiß einegrößere Mannigfaltigkeit in seinen Gesetzen haben, alsdieser.
Daß bey einem Generaldepartement richtige Chartenund Tabellen von allem, was zu seiner Beurtheilung einge-schickt wird, vorhanden seyn müssen, um die Berichte deskocalbeamten deutlich verstehen, und seine Gründe prü-fen zu können, ist eine Sache für sich; daß dasselbe die Ge-schickiichkeit, den Fleiß und die Redlichkeit des Localbcam-zen auf das genaueste controlliern müsse, wird auch wohlniemand in Zweifel ziehen. Allein dieses hindert nicht,daß nicht jeder Forst seine eigne Regeln, jedes Stadtgcnfeine eigne Policey, und jede Bauerschaft ihre besondernRechte, so wie ihre besondern Vortheile und Bedürfnissehabe, welche ohne Gewalt unter keine allgemeine Verord-nungen gezwungen werden können. Es hindert nicht, daßdas Gmachten eines redlichen und einsichtsvollen Local-beamten niche allemal mehrere Aufmerksamkeit verdiene, alsdie großen Theorien des Generaldcpartcmenls, und. wennich ein allgemeines Gesetzbuch zu machen halle: so würde es
darin»