48 Gedanken über die Getraidesperrr,
Zugeben werden Sie mir hoffentlich, daß die Furchtvor der Sperrung, und vor willkührlrch anzusetzendenPreisen, alle Speculmion und folglich alle Aufschüttunghindere. Zugeben werden Sie mir auch, daß der Acker-bauer, der Schätzung, Gutsbcrrliche Gefalle und alleseine verschobene Schulden, wo nicht auf Michael, dochwenigstens auf Martini oder auf Weihnachten bezahlenmuß, seinen Komvorraib nicht bis Ostern und Pfingsten,wann eigentlich der reckte Preis ist, liegen lassen könne;und wenn Sie mir dieses zugeben: so erwarte ich vonIhren, daß Sie mir nun den Markt anzeigen, woraufder Ackerbauer in einem Laiste, welches unter der Furchtder Sperrung erhalten wird, um Martini losschla-gen soll?
Wagt der gereiche Mann den Ankauf: so rechnet erschon auf die Möglichkeit der Spernma, und zieht demarmen Ackerbauer dafür jährlich lo v. C- Assecuranz ab.Kömmt die Sperre dann nicht: so ist es so viel schlimmerfür den Ackerbauer, der die Gefahr davon gestanden;und kömmt sie dann: so macht sich der geldreicheMannaus feinem y jährigen Assecuranzconto, das ist auf sichereRechnung des Ackerbauers bezahlt.
Verlaßt aber der Geldreiche Mann den Kornhandcl ganz,und denkt bey sich : warum soll ich so thöricht seyn, mehrKorn aufzuschütten, als ich selbst verzehre, da mich eineSperrung so gleich nicht allein um allen Vortheil brin-gen, sondern auch in den größten Schaden stürzen kann?so wird der arme Ackerbauer mit seinem Korn immerüber die Gränze fahren, und von der hämischen Hand-lungsart seiner Nachbaren abdangen, die wohl wissen,daß er mit seinem Korn, nachdem er viele Meilen damitgefahren, nicht sogleich zurückgehen werde, sondern
Geld,