Band 
Zweiter Theil.
Seite
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66 Dir Vortheile einer Landesuniforme,

überhaupt von der ganzen Maschine, welche den Soldatenauf die Batterie oder aufdieMinen führt, und womit dergroße Herr eine halbe Welt im freudigen Dienste aufopfernkann, nichts zu Hülfe; und dennoch soll der arme redlicheHund Liebe fürs Vaterland, Cyfer zum Steuren, Fleiß zumAckerbau, elhi-iccle eorps und unzählige Tugenden besitzen;er soll blos aus Geiz ein Wirth, und für eine alte Predigt,fromm seyn; oder Gut und Blut aus Furcht vor willkühr-licher Strafe aufopfern.

Eine solche elende Politik, welche die Griechen und Rö-mer, die den Menschen besser kannten und nützten, als denhöchsten Grad der Unnicnschlichkeit und des Unverstandesangesehen haben würden, könnte aber auf einmal in einebessere verwandelt werden: wenn man alle vorhin gedachteehrbare Männer in eine Uniform kleidete, diese zur wahrenChrentrachk machte, und die Geschichte der Kunst, denMenschen zu führen, besser benutzte- Der König von Frank-reich brauchte so dann nicht alle Jahr zwey Kaufleute zuadeln und die übrigen damit zu beschimpfen; und nicht je,der, der einen galonirtcn Rock bezahlen könnte, würde dieganze Oekonomie der gemeinen Ehre freventlich zerstörenkönnen.

Und wie sehr würden nicht dadurch die Strafgesetze ge-mildert und doch kräftiger gemacht werden können? derVerlust oder das öffentliche Ausziehen der Uniforme, würdenach einmal festgesetztem Ebrcnstande eine schwere und dochbilligere Strafe seyn, als Landesverweisung oder ein Staub-besen mit und ohne Brandmark. Man würde den ehren-haften Mann nicht mit dem landflächtigcn ungeehrkcn ver-mischen, und beyde wegen einerley Verbrechen mit gleicherStrafe belegen können. Man würde eine Art von Degra-dation in der Uniforme für Obrigkeiten und öffentliche Die-ner