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Jeder zahle seine Zeche.
Müßte in Frankreich jedes Kirchspiel seine Fündlingeunterhalten: so würde eine Nachbarinn auf die andre genauachten; der Schulze im Dorfe würde seine Angeber über-all halten, und manche arme Hure, die ihr Kmd auf die all-gemeine Landcsbarmherzigkeil aussetzt, in Zeiten genährt,unterstützt, und mit der Halbscheid desjenigen, was sie dergemeinen Anstalt kostet, bey mütterlichen Gesinnungen er-halten werden.
Eben das laßt sich von den Armen und Unglücklichensagen, die auf Kosten einer gemeinen Anstalt ihre Versor-gung finden. Der Pfarrer, um ihnen sein Mitleid zu be-zeugen, und sich des ungestümen Bcttlens zu erwehren,giebt ihnen das Zeugniß der Dürftigkeit aus gmem Herzen.Der Vogt denkt: unser Herr Pastor wird es wissen, undhierauf bezeugt er alles der Wahrheit gemäß; die Kirchspiels-Vorsteher schreiben ibrenNabmen unbedenklich darunter,weiles nicht unmittelbar auf ihre Rechnung geht; und so lauftalles der gemeine» Zeche zu, wozu hernach manches Kirch-spiel ein Srückfaß liefern muß, was seine Durstigen höch-stens mit einen Anker erquicken könnte.
Was hilft es, sagte neulich ein Bauer zu mir, daß wirnach der Verordnung unsre Arme ernähren, ikrc Kinderzur zeitigen Arbeit gewöhnen, keinen fremden Bettler in un-sre Nebenhausec aufnehmen; und solchergestalt einer Seitsden Geist der Betteley zu ersticken suchen, andrer Seits aberunsre wahren Armen versorgen? Was hilft es, daß wirstrenge find, keinen für arm erkennen, der es nichtwärkiichist, keinem andern Zeugniß als dem Zeugnisse unsrer Augentrauen, und uns alle Jahr zweymal zur Ader lassen, damitunser Herr Ckirurgus die Verunglückten umsonst curirenmöge: wenn andre Kirchspiele nicht ein gleiches thun ? wen»diese alles, was nur geht und kömmt, zur Heuer einnehmen,
und