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Keine Beförderung nach Verdiensten.
An einen Officier.
^H»s gebt mir zwar nahe, liebster Freund! daß Ihre Ver«^ dicnste sowenig erkannt werden; allein Jbre Forde-rung, daß in einem Staate einzig und allein auf wabreVerdienste gesehen werden sollte, ist mit Ibrcr gärigen Er-laubniß,die seltsamste, welche noch in einer müßigen Stun-de ausgehecket worden. Ich wenigstens würde, belohntoder unbelohnt, nie in dem Staale bleiben, worinn manes zur Regel gemacht hatte, alle Ehre einzig und alleindem Verdienste zuzuwenden. Belohnt würde ich nicht dasHerz gehabt haben einem Freunde unter Augen zu gehen,aus Furcht, ihn zu sebr zu demüthigen; und unbelobntwürde ich in einer Art von öffentlichen Beschimpfung gelebthaben, weil ein jeder von mir gesagt haben würde: DerMann bat keine Verdienste. Glauben Sie mir gewiß, solange wir Menschen bleiben, ist es besser, daß unterweist»auch Glück und Gunst die Preise austheilen, als daß ein«menschliche Weisheit solche jedem nach seinen Verdienstenzuwage; es ist besser, daß Geburt und Alter als wahrerWerth die Rangordnung in der Welt bestimme. Ja ich ge-traue mir zu sagen, der Dienst würde gar nicht bestehenkönnen, wenn jede Beförderung sich lediglich aufdasDer-dicnst gründete- Denn alle diejenigen, so mit dem Beför-derten in gleicher Hoffnung gestanden; und dieses würdenatürlicher Weise der Fall aller derjenigen gewesen seyn, dienur irgend eine gute Meynung von sich gehabt hatten;würden sich für beleidigt und beschimpft halten. Ihre Ge-
summt-