Band 
Zweiter Theil.
Seite
188
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186 Keine Beförderung nach Verdiensten.

sinnungen würden sich gegen ihn, gegen den Dienst undgegen den Herrn wenden; sie würden in Hast und Feind-schaft ausbrechen, und in kurzer Feit würde man unterallen Kriegs-und Landesbedienten eben die Auftritte sehen,welche man sonst nur an Höfen und auf Universitäten sieht,wo der Ruhm persönlicher Verdienste naher in Betrachtkömmt, folglich auch alle obige Fehler erzeugt. ErwegcnSie dagegen den Fall, wo dieser durch eine höhere Geburt,jener durch seine mchrernJahre «»Dienste, und dannundwann auch einer durch einen glücklichen Zufall befördertwird: so bleibt es einem jeden frey, sich damit zu schmei-cheln, daß es nicht nach Verdiensten in der Welt gehe; eskann sich so leicht niemand für beschimpft halten; die Eigen-liebe beruhiget sich, und man denkt: Glück und Zeiten wer-den uns auch an die Reihe bringen. Mit diesen Gedankenvertreiben wir unsern Kummer, fassen neue Hoffnungen,arbeiten fort, vertragenden Glücklichern, und der Dienstwird nicht gehindert. Anstatt daß der Fahndrich dcmLicute-nant, und dieser dem Hanptmann heimlich zu schaden suchenwürde, wenn der Obere dein Untern blos seines größer» Ver-dienstes halber vorgesetzet worden. Die größte Zwietrachtfindet sich insgemein unter den Generals, weil die Haupkaus-führungen bisweilen große Verdienste erfordern. Allein die-se Zwietracht würde allgemein seyn, wenn die Offnere nachden Grundsätzen befördert würden, nach welchen Generalezu Ausführungen erwählet werden.

Und wie viele Ungerechtigkeiten würden nicht in einemStaate, unter dem Scheine das Verdienst zu befördern,vorgenommen werden können? Der Fürst ist nicht allemalein einsichtsvoller Richter; er kann glich von seiner Höhenicht alles übersehen. Diesem würde ein Günstling, jenemeine Maitresse Verdienste leihen, und wahrscheinlich würdeder dreiste Stümper den bescheidnen Künstler, der gefällige

Schmeich-