Band 
Zweiter Theil.
Seite
212
JPEG-Download
 

LIL

XL.III.

Vorschlag zu einer Urthelfabrik.

^s^ey den gegenwärtigen ökononrischen Zeiten wäre eswohl so übel nicht, wenn dahier, nach dem Erenupel andrer Länder, auch eine Urthelfabrik angelegt würde.In Abgang sollte es nicht fehlen, indem diese Waare inWestphalen, und so Gott will, auch hier im Stifte stärkerals anderwärts gesucht wird, und zur Noth könnte manauch der Fabrik em Privilegium dahin ertheilen, daß fürs-hin das erste Urtheil, in Sachen, welche das einheimischeRecht betreffen, nicht von einem fremden Markte hereingeholet werden sollte. Man nennet dergleichen Fabrikenanderwärts Facultäten oder auch wolst Schopfenstüble,und wenn sie sich in guten Credit setzen oder ehrlich, fleißigund geschickt arbeiten: so können sie oft so viel nicht ver-fertigen als abgeht; wogegen jetzt Manche arme Partheyenganze Jahre warten müssen, ehe ihnen geholfen wird, undes nicht selten geschieht, daß sie ganz unbrauchbare Waareerhalten.

Diesem Uebel könnte abgeholfen, und vieles Geld,was dafür ausserhalb Landes geht, besonders aber auchdas vorzüglich schwere Actenporko ersparet werden, wen»man darauf antrüge, daß eine solche Fabrik, welche sichleicht selbst unterhalten könnte, dahier angelegt und prim-iegirct würde.

Da an einem glitcn Rufe und auch an würklich guterArbeit das mehcste gelegen: so würden zu Schöpsenkein« andre als angesehene und verdiente Männer, wel-che bereits mit dein Doctorhuke das Privilegium zu fabri-

ciren