Band 
Zweiter Theil.
Seite
213
JPEG-Download
 

Vorschlag zu einer Urthelfabrik. 2 iZ

cjren asm Kaiser erhalten hatten; auch um allen Scheineiner partheyischen Waare abzulehnen, oder um bey allenKunden gleiches Zutrauen zp finden, in gleicher Anzahlvon beyden Religionen genommen werden müssen.

Den Titel eines Commcrzienraths würden sie zwarnicht annehmen: jedoch glaube ich, daß wenn ein Landes-herr ihnen den Charakter eines Assessocis gnädigst beylegte,ein jeder sich eine Ehre daraus machen würde, selbigen zutragen.

Wenn ihnen dabey erlaubt würde, nur die Halste vondemjenigen was sonst das auSwartige vorro bey Versen-dung der Acten gekostet, unter dem Titel von Siegelgeldzu nehmen: so würde die Fabrik eine Casse haben, woraussie verschiedene nothwendige Ausgaben würde bestreikenkönnen; die Urthelsgebühren erhielte jeder Fabricant sürseine Arbeit.

Sie würden übrigens auf gute und richtige Waare be-«ydet, doch zu keines Landesherrn Diensten besonders ver-pflichtet, damit ihr Zutrauen so viel allgemeiner würde.Da jetzt die höheren Cöllegien aus keiner einheimischen Pri-vatfabrik kaufen dürfen: so würde ihnen erlaubt, sich die*ser mit zu bedienen, auch in den Fallen, da sie Augenschei-ne einzunehmen, Zeugen abzuhören hakten, selbst aber ver-hindert waren, einen Lvmmillanum aus dem Schöpfen-stuhle zu nehmen.

Doch wäre eimr solche» Fabrik kern dlouopcillum zuversichern; sondern die Richter behielten die Freyheit nichtallein selbst zu sprechen, sondern auch die Acta vor wienach an Privakrefercnken auszustellen. Nur blos in demFalle, wo gegen beyderley Arten von Relationen epcipirtwürde, träte diese öffentliche Fabrik statt der auswärtige»zum erstenmale ein.

O Z Wci-