sollte noch weiter angewandt werden. 27F
wundern gäbe. In dieser Absicht ist also die Wellenlinie,oder du sanfteste Abweichung von dem Wege der Noch,wenn sie zugleich ein Minimum ist, schön.
Man macht insgemein den Einwurf: Die Säule seyschön, ob sie gleich keine Wellenlinie habe. Allein sie ist ei-gentlich nicht schön, sondern erhaben. Das Erhabne aberist der größte Reichthum unter derEestalt desNothwendigen,welches letztere durch die gerade Linie bezeichnet wird. Diegrößte und dickste Säule, die sich jemand als ein Minimumdenken kann, ist auch der höchste Grad des Erhabnen. D«der Mensch z» schwach war, ein solches Minimum hervor-zubringen: so ließ er die Säule oben grünen, und ihre Blät-ter oder vielinehk Zweige sich unter der Last in einem Zirkelwinden, um ihr den Anblick der größtenStärke;» geben,wor-aus hernach die Fabclvon den Äcanthusblättern entstanden.
Beydem allen wird aber die wahre oder scheinbare Lin-heic als eine nothwendige Eigenschaft desNatur-oder Kunst-werks vorausgesetzt. Zwey gerade Linien, die auseinan-der fließen, werden als zwey und nicht als Lins gedacht.Die gerade Linie, der Winkel und das Viereck haben, für sichgenommen, insgemein den Fehler für das Auge, daß sieals Bestimmungsstücke zu einem grossem Ganzen angesehenwerden. In ihrer wettern Anwendung zeigt sich erst, obdie geraden Linien, woraus sie bestehen, als blosse Liniender Noth, die ihre Rechte da haben, wo alle Schönheit umschicklich seyn würde, ihren Platz finden; oder ob sie schoneinem grossen Ueberflusse die Gestalt des Nothwendigen ge-be« , und solchergestalt zu dem Erhabenen wü.ken.
Wenn Barreux aufdie Nachahmung der schönen Natuedringt: so ist es nicht überfläßig die Regeln selbst zu studi-kc», nach welchen die schöne Natur handelt, und hier würdedie Lehre von jener Linie den besten Grundsatz an Hand geben.
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