Band 
Zweiter Theil.
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288 Also ist es rathsamer die Wege zu flicken

dieses aber eine neue Schätzung , welche er dem lasttragen-den Unterthan aufbürdet, und es ist nicht unmöglich, einkleines Land derniaffcn mit Hccrwegen zu belegen, daß des-sen Einwohner keine andre Schätzung als deren Unterhal-tung tragen können. Giebt man gleich oft dem einen Kirch-spiele das andere zu Hülfe: so ist eS doch immer eine neueLast für das Ganze, und ein Landesherr, welcher wichtigereGegenstände der öffentlichen Wohlfart zu bestreiten hat,thut wohl, wenn er auch hier das Gesetz der Sparsamkeitempfiehlt, und nicht mehr Heerstraßen verstattet, als diehöchste Noth erfordert; wenn er seinen Gerichlen befiehlt,die Vermuthung wider die Heerstraßen zu fassen, und nichteher eine Gemeine damit beschweren zu lassen, als bis esdeutlich erwiesen oder von der Noth erfordert wird.

Die andre Regel wird aber noch öfterer verletzt. Manglaubt, es zeuge nichts herrlicher von der guten Policeyeines Staats als prächtige steinerne Brücken und Pflaster,kostbare Straßen, und glänzende Meilenzeiger; nichtsmache einem Lande mehr Ehre als dergleichen grosse undgemeinnützige Unternehmungen, und der Schriftsteller dün-ket sich schon groß, der mit der Feder den Anschlag dazugegeben hat. Es verhalt sich aber mit dieser Art des Lupus,wie mit jeder andern; sie ist schön, vortrefflich und bewun-dernswürdig, wo sie mit Recht zu Hause gehört; aber da,wo die Roth nach Brode geht, weiter nichts als ein glän-zendes Elend. Da, wo der Zoll einer einzigen Brücke, sowie in London, desJahrs 50000 Thaler aufbringt, lassensich ganz andre Anstalten machen, als in Landern, wo derganze Zoll nicht zureicht, das Zollhaus zu unterhalten.

Unsere Vorfahren, welche sich von der getreuen Naturallein leiten, und durch keine falsche Theorie irremachenliessen, flicken ihre Wege im Frühjahre und im Herbst, und

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