als neu zu machen. 289
forderten weiter nichts, als daß diese ihre Besserung in demordentlichen Laufe der Zufalle, von der einen Jahreszeitbis zur andern dauren sollte. Sie rechneten auf Hitze undFrost, als die wohlfeilsten Mittel zur Wegebesserung, undrichteten ihre-Frachten wohl gar so ein, daß sie solche nichtanders als in der besten Jahreszeit zu - urd abfähreten.Bey dieser Rechnung füllercn sie die ausaefahrnen Stellenmit dein nächsten dem besten Sande, auch wohl mit Va-sen, Stroh und Quecken,, und wenn er von neuem aus-gespäblt oder ausgefabcen wurde: so wiederholten sie inder Geschwindigkeit ihre vorige Besserung, nud reichten imganzen Jahre mit der Arbeit von wenig Tagen zu demnothwendigsten hin.
Wir neuern hingegen, wir wollen nicht anders als fürdie Ewigkeit schreiben und arbeiten; wir wollen griechischeund römische Werke auf den Dörfern, und prächtige Land-straßen in solchen Gegenden haben, wo sie den damit be-schwerten Anwohnern nicht weiter dienen, als um ihr Broddarauf zu betteln. Wir verachten die Euren der altenAerzte, die immer nur der Natur zu Hülfe kamen, undglauben, die heroischen Mittel seyn in jedem Falle die besten.Freylich siud sie die besten, wo Gefahr auf dem Verzügehaftet, und Wr.zen nöthig ist; freylich ist ein Pallastbessecals eine Strohhütte; aber doch wenn er auf einem Bauern-höfe steht, und von demselben in Dach und Fach erhaltenwerden muß, mag er auch leicht für ein ewiges Denkmahlder Unbesonnenheit gellen. Und eben das laßt sich vonjenen grossen Heerstrassen denken, welche durch abgelegneund mit dem Zolle in kein Verhältniß zu bringende Gegen-den angelegt werden. Die Sommer- und Wmterbülfe,welche jeder Weg umsonst hat, sollte nicht ganz ausser Be-tracht fallen. Wer den Sommer einheizt, verbraucht mehr
T 2 Holz,