^90 Also ist es rathsamcr die Wege zu sticken
Holz, als wer sich blos für Kalke schützt; und derjenige,der Wege macht, welche so wenig von der Hitze als vomFroste ihre natürliche Hülfe nehmen, sondern durch ihreeigne Anlage bestehen müssen, bauet kostbarer als er nöthighat., und begehet eine Thorheit, so bald ihm diese uuwö-thige Ausgabe auf einer andern Seite zur Last fallt.
Gesetzt aber auch, die erste Anlage werde aus einer be-sondern Fundgrube gemacht, und diejenigen dreyßig tau-send Thaler, welche eine Meile guten Weges ohncFubrenund Materialien kostet, fanden sich ohne merkliche Be-schwerde des Landes; ein Fall, der sich doch selten eraugncnwird: so bat es doch inSgcmcin wiederum eine ganz andreBeschaffenheit mit der Unterhaltung eines kunsimaßig ge-baueken und eines von der Natur gewiesenen Weges. Die-ser wird wie jede Strohhütte geflickt, wenn jener wie einPallast unterhalten werden muß. Hier werden kunstmaßigeHände, gelehrte Aufseher, und viele Dinge erfordert, wel-che nicht anders als mit schwerem haaren Gelde angeschaffetund bezahlet werden können, wenn die Hütte mit dem näch-sten Lehm, mit selbstgcbauckem Stroh und einer unerfahr-nen Hand bey Feyerabenden ausgeflicket werden kann. DieErhaltung eines solchen künstlichen Weges ist also eine ewi«zr Last für das Land, und diese zu den Zinsen des angeleg-ten Capitals gerechnet, eine solche Beschwerde, weiche im-mer nur wenige Lander tragen können.
Nur wenige Lander werden solche mit den zu solchemEnde eingeführten Wegegeldern bestreiken. Da, wo derWeg nach einer Hauptstadt, oder nach einem grossen Hand-lungsorte führet, wirft die grosse Consumtion und dcrHan-dei endlich die Kosten noch wohl ab; und der Luxus tragtseinen redlichen Antheil mit. Wo aber diese Stützen fehlen,und alles auf die Nothdurft fallt: da wird die Erfahrung
bald