Band 
Zweiter Theil.
Seite
294
JPEG-Download
 

r§4 Es ist rathsamer die Wege

chen erbauet«» Wege, mehr Pracht angewandt worden,als wegen des Grund und Bodens, und zu solider Erbal-tung derselben erforderlich gewesen, so begreife ich nicht,wie solche mit Billigkeit zum Lupus zu rechnen.

Ich bebaupte es allerdings, baß gute Wege in einemLande, wo nicht alles todt oder schläft, recht zutreffendeVerrichtungen, und für Fremde das erste Kennzeichen derWeisheit des Regenten oder der Policey seines Landes sind.Wie! auch die Brücken, Meilenzeigcr? rc. rc. freylich fürgeflickte Wege sehr unschicklich, aber auch für diese nur Hirn-gcspinnste! Da, wo man hingegen den Rath unsers Schrift-stellers nicht befolget, wo man die öffentlichen Heerstraßennicht blos flickt, sondern es zuträglicherhält, solche;» allenIahrszeiten fahrbar zu erhalten, da sind Brücken allerdingsnothwendig. Man hat es mir bey meinen Erkundigungenallemal als die erste Regel bey Anlegung eines immer gutenWeges angegeben, daß dem Waffer von allen Seiten derHet.,straße ein freyer Abzug gegeben werden müsse; undda man in allen diesen Länder», nach dem einstimmigenResultat meiner Nachrichten, aus dem durch Erfahrungenbestätigten Grundsatz: daß es bey einer ordentlichen Vor-richtung, vortheilhafter einmal zu bauen, als ohne eineWegebesserung zu beschaffen, ewig zuflicken; es sichvorge-fetzcthatte für die Ewigkeit;» bauen: so ist mir an den vonmir befabrnen Heerstraßen, nichts prächtig, nichts glänzenderschienen. Ich fand es vielmehr höchst vernünftig undangemessen, über Flüsse, grosse Brücken, über Bäche, kleinereund über die Seiten oder Abzugsgraben noch geringere zuerblicken s), solche nach Maaßgabe des Verhältnisses mit

höher»

») Der Herr Verfasser hatte es an seinem Gegner getadelt, daßer eine gar zu bekannte Regel vorausgeschickt hätte. HierLatte er sich seiner eignen Kritik erinnern tollen. Anmerkung

der Herausgeber««».