Band 
Zweiter Theil.
Seite
306
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roü Schreiben einer Mutter

Eben so geht es auch mit den Departements, mit-en vielenbesondern Rechnungen, Etatsund Bcrichtern; diese ver-mehren die Arbeit, aber nicht die Einnahme, und ein Fürst,der alles selbst sehen , lesen und wissen will, ist in meinenAugen ein Mann, der um einen Fuchs zu fangen mit zehn-tausend Unterthanen ein Trcibjagcn anstellet. Ich dachte,man ließe dem Fuchs ein Huhn und stellete das Treib-zagcn ein.

Stille, mein lieber Canzler, schloß der Fürst, die Ord-nung, die Ordnung ist eine so schöne, so nothwendige, so wich-tige Sache. . . nnd ein Fuchs ist für die arme» Hühnerein so schädliches Thier. Doch um auf unsre vorige Fragezu kommen und von der Sache recht aus dem Grunde un-terrichtet zu seyn, wollen wir durch unser Jntclligenzblatteinen Preis von zo Ducaten für die beste Ausführung überdie Aufgabe

bekannt machen lassen: wie viel braucht man um zu lebe»?

nx.

Schreiben einer Mutter an einen philo«

sophischen Kinderlehrer.

k einem Worte, ich mag ihr ganzes Geschwätz vonder Erziehung meiner Kinder nicht mehr boren.Die Gründe für die Tugend sind gut, und meine Madge»sollen sie auch fassen. Aber die Erfahrung lehrt mich, nichtalles auf Gründe und Erkenntniß der Pflichten ankomme»zu lassen. Die Natur hat uns Empfindungen nnd Leiden-schaften gegeben, welche sowohl bey kleinen als grossen Kin-dern zu nutzen sind; und ich sehr gar nicht ein, warum ich

meine