Band 
Zweiter Theil.
Seite
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an einen philosophischen Kinderlehre»:. 307

meine Madgen nicht eben so gut durch ein: was Werdendie Lcure davon sagen e als durch eine Vorhaltung ihrerPflichten zum Guten leiten soll. Wenn wir aufrichtig redenwollen: so müsseiuvir gestehen, daß bey jedem Menschen dieEmpfindung der Ehre am stärksten unter allen würke, unddaß die Ehre eine ehrliche Frau zu seyn und dafürgehaltenzu werden, mehr gutes thue, als die Pflicht es zu seyn.

Wenn mein ältestes Madgen, was jetzt 16 Jahr alt ist,einen zärtlichen obgleich noch sehr unschuldigen Blick auf ei-nen jungen Menschen schießen laßt, so renne ich ihr, so baldich sie allein fassen kann, mit einigen Sarcasmcn zu Leibe.Daist sie eine verliebte Thörin, der junge Mensch ein Lasse,der noch kaum der Ruche entronnen ist; da frage ich sie: wasdiese und jene, so ihren zärtlichen Blick wahrgenommen,wohl von ihr gedacht habe,und in welchen Rufst« sich setzenwerde, wenn sie schon so früh geschmeidig werde?'— Aufdiese Weise suche ich ihre ganze Ehrbegicrde zu reizen; undwenn es denn auch Zeit ist: so halte ich ihr ihre Pflichten vor.Ich verlasse mich aber in der That mehr auf meine Sarcastmen, und auf ihre Empfindungen von Ehre, als auf dieWürkung der übrigen Sittenlehren. Jede ehrliche HausMutter wird Ihnen hicbcy sagen, daß ich aufdicse Art mehrausrichte, und das zarte Alter meiner Kinder glücklicher zumwahren Alter der Ueberlegung durchführe, als alle die Hof-meister und Hofmeistcrinnen, welche die fürstlichen Prinzenund Prinzeßinnen mit kalten Vorstellungen auSder Religionund Sitkenlehre unterhalten, und in diesem Jahrhunderteben nicht viel eingelegt haben.

Die grosse Mühe, den Kindern von allem dcutlicheBe,griffe zu geben, kann ich noch weniger billigen, so streng«anch unsre Neuern in dieser ibrcr Forderung sind. Ein deut-licher Begriff kömmt mir gerade so vor, wie eine Habersuppe,U z worinn