Die Ehre nach dem Tode. zrK
Epoque in der Geschichte der menschlichen Denkungsart zuMachen, und mehrere Aufmerksamkeit zu verdienen, al<man inSgemern darauf wendet.
Die Zeit, welche ich gelebt habe, hat mir diese Verän-derung mit ihren Ursachen leicht entdeckt, und ich kann siedir mit wenigem sagen. Vordem arbeitete ein jeder für feienen Nachruhm, jetzt für den Tag, den ihm der Himmelgiebt. Unbekümmert um den Tadel wie um den Ruhm derspatem Zeiten, genicßt er, was er findet, verzehrt, was erhat, und dient, um genießen und verzehren zu können. DerGlanz eines kurzen Tages hat mehrere Reizung für ihn,als der größte Dank des spatesten Jahrhunderts, und dasGlück mit Sechsen fahren zu können, ist ihm köstlicher, alsdie Ehre eines marmornen Denkmahls. Das ist die kurzeGeschichte, und nun crwege: ob die Sitte der vorigen oderder jetzigen Zeiten die beste sey?
In beyden Fallen kömmt es auf die Befriedigung einerEhrbegierde an. Aber die erstere Art der Befriedigung istdem Staate unstreitig weit nachtheiliger als die letztere.Erstere führt zu fortwährenden Verschwendungen, grossenBesoldungen, schädlichen Zerstreuungen, und einem sittli-chen Verderben; anstatt daß die letztere nichts als einewahre Größe im Leben und einen mäßigen Aufwand nachdem Tode erfordert.
Sicher wärkt auch die Ehre, bey der Nachwelt in einemgesegneten Andenken zu seyn, starker, als ein Stern, Bandoder Titel, womit ein kleiner Fürst oft einen noch kleinernDiener beschenkt. Wir sehen es an den Gelehrten, welchenman die Pedanterey für ihren Nachruhm zu arbeiten ver-zeihet; wie vieles opfern diese von ihrer Ruhe, von ihrerGesundheit, und vom ihrem Vermögen nicht auf, um durch«in unsterbliches Werk ihren Namen auf die Nachwelt zu
Mäs. par». pham,. ll. rp. A brin-