Eine lehrreiche Geschichte. 367
Früh wie die Sonne aufgienq, eilte der AlteznmMey-erhofe, und erhielt sogleich von dem Redemeyer, daß eineHofsprache angesaget wurde. Ihr Männer vom Hofe,fieng hierauf der beredckeRedcnieyer seine Rede gegen dieversammleten Hofesgenoffen an, ihr wißt, wie oft ich dasUnglück beklagt habe, daß alle unsre Pflichten setzt nachdem Herkommen beurtheilet werden. In den ältesten Zei-ten, wie ich von meinen Vorfahren gehöret habe, war esnicht also; sondern die Genossen eines Hofes hatten allenach ihrem unterschiedenen Verhältnisse chcinerleyPflichten,
welche
mcn worden, ik es eine eigne Sache: ich getraue mir zu sa-gen, daß kein einziges richtig seyn könne; weil man zur Zeit,wie sie aufkamen, z. E- sagte: Rindgcw, Schweinegeld,Dicnstgew, und kein Gutsherr dieses zu Buche schreibe» konn-te, ohne sich mit seiner eignen Hand zu schlagen, gleichwolaber auch ohne Verletzung seines Pflichtigen nicht schreibendurfte: ein Rind oder dafür 4 Tbaler, ein Schwein oder da-für 2 Thäler, ein wöchentlicher Spandicnst oder dafür ioThaler- Jeder setze sich hier an die Stelle des Gutsherr»und schreibe; und sehe dann zu, ob er nicht seine eigne Ausle-gung für die Wahrheit niederschreibe. Ganz anders verhaltes sich mit dem Beweise durch langjährige Register. Diesebezeugen lediglich das s»Ä»m ve> pr»eiknum> und die Ausle-gung schleicht sich auch so leicht nicht ein, oder man achtetnicht darauf. Dcr>> 7. 0. 6° probar., nach welchem es fürdie gemeine Freyheit schädlich gehalten wird, daß ein Mannden andern zu seinem Schuldner schreiben kann, ist für dieganze Menschheit wichtig.
->) Dieses war das sicherste Mittel den Bauer» gegen die Aus-bürdung neuer Pflichten zu sichern. noürorum l°l-