Die blosse Bewunderung, die Großmnth, macht ohneSchrecken und Mitleid einen vortrefflichen tragischenKaraktcr; so ist Cinna und Titus, selbst Nicomcdesund Heraclius. Aber die Athener (warum doch soweitläuftig Athenienser) litten in ihren Schaubühnenam liebsten unglückliche Tyrannen; sie nahmen siedeswegen gern aus den traucrvollen Häusern des La-chs und des Pelops; doch nicht allemal, wie Ari-stoteles meint; denn Acschylus hat die neuesten Perseraufgeführt. Eben so unrichtig ist der Begriff, dietragischen Personen müssen weder gar zu lasterhaft,noch allzuvollkommcn seyn; ein gestrafter Lasterhafterist tragisch, und die belohnte Standhaftigkeit einesmit dem Unglücke kämpfenden ächten Helden ist esauch. Daß der Ausgang allemal traurig seyn müsse,ist eben ein solches Vorurtheil; er war es auch beyden Alten nicht, wie in des Euripidcs Alccstis. Aneinem grossen Verehrer des Homers muß man es ent-schuldigen , wenn Aristoteles meint, er habe die Men-' scheu besser gemahlt als sie sind; wir finden alle Ka-raktere vermuthlich nach der Natur gemahlt, aber sehrunvollkommen. Die Ilias ist der Sieg der Gewalt,und die Odyssea der Triumph der List. Daß dieJamben eben nichts zur Satyre vorzügliches haben,haben die lateinischen Satyrcnschreibcr bewiesen. Nachdem Werke kommen einige Anmerkungen. DasReinigen durch den Schrecken und das Mitleid suchtHerr B. zu erklären; es bleibt aber für uns noch
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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
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