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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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um desto schwerer zu beurtheilen, je gewisser es ist,daß einer Seits eine Kenntniß der Gemüther auSden Zügen des Gesichts nicht ohne Grund gezogenwird ; und daß auf der andern Seite man zu weitgehen, und jedem festen Theile eine Bedeutung undeine Würde geben kann, die zu Irrthümern und zumwillkührlichen Auslegen der Züge führen könnte. Unddie Beurtheilung ist um desto schwerer, je einnehmen-der , lebhafter und nachdrücklicher des Hrn. L. Vor-trug ist, und je deutlicher hingegen die Einwürfe unsin die Sinne fallen, davon wir einige einrücken wer-den. Herr Lavater, der ein guter Zeichner ist, kamdurch ungefähre Wahrnehmungen zu seiner Kenntnißder Physiognomie. Ihn erschütterte zuerst die beson-dere Physiognomie des Hrn. Lamberts', und dannseines Freundes Felix Hessen, die er selbst abzeich-nete; in beyden Männern fand er in der Nase einegroße Aehnlichkeit, und ungeachtet Hr. Hesse auf diegrossen Vcrstandsgaben des Hrn. Lamberts keinenAnspruch machen konnte, so war doch auch bey ihmein grosser, Heller und vielfasscnder Verstand. HerrL- fand bey mehrern Beyspielen die Aehnlichkeit ineinem oder in mehrern Gesichtszügen mit einer Aehn-lichkeit in den Seelenkrästen vereinigt. Nach undnach entstund bey ihm eine Fertigkeit, aus dem An-blick, auch eines sonst minder merkwürdigen Theilseines Menschen, wie des Halses, von seinen morali-schen Eigenschaften zu urtheilen, die zwar, wie er