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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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selbst uns belehrt, oft fehlte, aber dennoch Gelegen,heil zu den ersten physiognomischen Schriften undauch zu diesem letztern Werke gab. Er begegnet nun-mehr einigen Einwürfen wider die Wahrheit der Phy-siognomie, und rückt hingegen Stellen verschiedenerVerfasser, auch von Wölfen ein, die dieser Wissen-schaft günstig sind. Hiernächft folgen seine Gedankenvom Sitze der verschiedenen Kräfte des Menschen;die Denkungskraft sitzt im Haupte innerhalb der Stirne,die Begierde im Herzen, die Kraft im ganzen Leibe,und zumal in der Hand und im Munde. Er wider-legt die Philosophen, die der Seele, als einer ein-fachen Substanz, keinen eigenen atomischen Sitz imKörper, und keine andere Kraft anweisen, als dievorstellende leidfame. Er hingegen unterscheidet einanimalisches, ein physisches und ein moralisches Leben,welche drey Leben zwar im Grunde nur eins sind;alle drey einzeln und zusammen aber find sie der Vor-wurs der physiognomischen Kenntnisse. Der Menschfindet sein Glück, und wird menschlich, indem er dieSchönheit und die Vollkommenheit der menschlichenNatur entdeckt, und die Gewohnheit macht ihn inder Entdeckung von beyden noch fertiger. Die Wahr-heit der Physiognomik wird bewiesen durch die Ueber-einstimmung der wirklichen Eigenschaften eines Men-schen mit den Zügen, die überhaupt den Karakterdieser Eigenschaften ausmachen. Die Wahl derFreunde wird ja aus der Physiognomik hergenommen ;