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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
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die KriegSleute, in ihren Geschäften klüger und fähiger,geworden. (1771. Zug. 99.)

III. Mit Recht haben Schriftsteller die chimärischengoldenen Zeiten des Augusts, des Leo X. und LouisXIV. angegriffen. Alle Wissenschaften steigen nachund nach in glücklichen und vorzüglich in freyen Staaten.Augusts gelehrte Helden', waren alle unter der Republikerzogen, und die Cäsaren konnten nicht mehr ihresglei-chen ausweisen. Des Königs Louis XIV. größte Män-ner waren eben auch älter als seine Regierung, wieCorneille und paskak. rc. er. (1765. S. 964.)

IV. Es ist offenbar ein Unglück, daß nicht alle Ge-lehrte, wenigstens über die'gründlichen Wissenschaften,Lateinisch schreiben. Die Gewohnheit der heutigenNatwncn, daß jede in ihrer eigenen Spräche schreibenwill, wird zum unerträglichen Joche für die Gelehr-ten , die anstatt der einzigen lateinischen Sprache, jetztsechs oder acht Sprachen verstehen müssen. Und obwir heut zu Tage wohl nicht wie ein Cicero schreiben,so ist dennoch die lateinische Sprache unendlich schöner,reicher und wohlklingender, als alle heutigen Spra-chen; und wo Kürze und Nachdruck seyn soll, wie aufden Münzen und Steinschriften, müssen auch dieFranzosen, die beständige Ausfälle gegen den Gebrauchder lateinischen Sprache thun auf sie zurückkom-men. (1778- Zug. ; 66 .)

V. Eine Vollkommenheit wollten wir gerne bey un-sern vraklischen Schriftstellern sehen ^ daß die Schreib,