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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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will daß man mir thue? Soll ich die Ewigkeit füretwas Geld vertauschen, das ich nur em paarJahre genieße?

Der Richter, der Vorgesetzte, sieht seine Machtals ein von Gott ihm anvcrtrautes Amt an. Indiesem Gesichtspunkte ist er gerecht, sorgfältig undunerkauflich. Er handelt unter den Augen seines ober-sten Fürsten, dem keiner von seinen Gedanken unbe-kannt ist!

Der König sitzt auf dem Throne ruhig. Alle Un-terthanen sehen in ihm das Ebenbild Gottes auf Er-den, die sichtbare Quelle der Ordnung, die Sonneder bürgerlichen Welt, die, mit dem empfangenenGlänze, ihre weit ausgedehnte Sphäre erleucbtctund erwärmet. Unter dem Zepter eines christlichenKöniges wachsen Schulen zur Erziehung der Jugend,Kirchen zur Besserung der Alten, Hospitäler zur Pfle-gling der Kranken, Kolonien zur Ruhestätte bedräng-ter Bürger und Fremden. Seine Statthalter, seineUuterrichter kennen ihn, sie wissen, daß mit ihrerTugend ihre Ehre und ihr Glück verbunden ist; seineGottesfurcht prägt vielen taufenden die Aehnlichkcitseines Gemüths und seiner Gaben ein. Keine Auf-ruhr steigt im Herzen der Unterthanen auf. Werhasset die Sonne.

Alle diese Vortheile fließen aus der Offenbarung,die der menschlichen Eigenliebe Schranken setzet, unsvon der Wollust und Ehrsucht beftcyt, und uns ein