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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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Beispiele:

s. Der sein Grab sich selber schaufelt,

Der an dem Geschick verzwaufelt.

b. Paulus schrieb an die Epheser:

Nehmet nicht zu kleine Gläser!

Sintemal und alldieweilSolches ist dem Herrn ein Greul.

(Otto Hausmann in Nach der Mosel. 1879.)

o. Was ist wohl, das bei Meister Arouet,

In seinen Heldenreim, nicht bei einander steht?

Erst macht er dies und jen's von Menschen kund,

Dann kommen Geister, undHernach, als handelnde Personen,

Abstraktionen:

Die PolitikeMit mancher Nicke,

Auch die DiskordeZu Blut und Morde;

Darauf

Ein Götterhauf!

Ist dieser Misch was anders als

Horazens Mädchenkops, Fischschwanz und Pferdehals?

(Klopstock, in der Gelehrtenrepnblik.)

ä. O Quinctili! armer Feldherr!

Dachtest du, daß so, die Welt wär'? rc.

Da sprach er voll ÄrgernussenZum Centurio Titinssen: rc.

In dem armen römischen HeereDiente auch als Volontaire rc.

(Scheffels Teutoburger Schlacht.)e. Und er schenkt ein rotes Röcklein ihmZu der Bruder Neid und Schrecklajim,

Joseph machte viel Geschrei,

Wohldienst und Angeberei.

Levi war kein Simplicissimus,

Doch den ganzen KatechissimusAußenwendig konnte bloßJoseph, dieser edle Sproß.

Und der König, vor BewunderungÜber diese Volksausplünderung,

Macht den genialen SohnJakobs eilends zum Baron.

(Eichrodt in Hortus äeUoiarura.)

Um komisch zu wirken, reimt Kopisch: wunderlich absunderlich;Goethe: Säule. Fränle u. s. w.

Viele erheiternde Reime bietet Blumauer mit absichtlicher, BlumauerscherZweideutigkeit, z. B.:

Drum rüste dich, o großer Zeus,

Nimm deine Donner all und scheußDen Frevlern auf die Köpfe.