491
Ceres voll von Weh und ZährenLeget ihren Kranz von ÄhrenUnd die Sichel hinter sich:
Prosen, deine Lust und FreudeLieget ganz vertieft im Leide,
Und gedenket nur an dich.
Epod. I.
Das auch betrübte Gras beklagt dich bei den Brunnen,Für das reiche KornWächset Tresp und Dorn.
Es trauert selbst das große Rad der Sonnen,
Und hüllet um sich her der Wolken schwarzes Kleid.Trank und EssenWird vergessen
Von aller Herd und Vieh' ohn Unterscheid.
Strophe H.
Berg' und Thäler hört man rufenBibran, Bibran, Tag und Nacht;
Aber nein, des Todes Macht
Läßt sie ganz vergebens hoffen. ,
Wird der Klee zu WinterszeitDurch das Eis gleich abgemeit,
Sehen wir ihn doch im LenzenNachmals auf den Auen glänzen:
Täglich fällt die Sonn' in's Meer,
Scheinet aber morgen wieder.
Legt ein Mensch einmal sich nieder,
Er kömmt nimmer zu uns her.
Antistr. II.
Will dcrwegen uns gebühren,
Wie es möglich nur mag seinSein Begräbnis und.GebeinAllenthalben auszuzicrenMit den fremden Tulipan,
Tausendschön und Maioran,
Mit Violen und Narcissen,
Und den Blumen bei den Flüßen,
Die vom Märzen sind genannt.
Sonderlich soll ihm sein LebenAuf das neue wiedergebenDer Poeten weise Hand.
Epod. II.
Ihr keuschen Lorbeerstrüuch', an denen gänzlich lieget,Daß ein Mensch der schonMuß allhier darvon
Doch in der Grub ein ewiges Lob krieget,
Schaut, daß ihr für den Tod dem edlen Körper hier.Gleichfalls ratet,
Und umschattet
Mit grüner Lust sein' Asche für und für.