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Und sinken Völker in des Verderbens Schlund,
Der Satz des Elends bleibt auf des Bechers Grund,
So oft ihn auch im StrafgerichteSchmettert in Scherben die Weltgeschichte.
Die alkäische Strophe, in welcher auch Sappho und Horaz dichteten,wurde gepflegt bei den Deutschen von Hölty, Hölderlin, Waten, Klopstock, Mat-thisson, Gottschall, Schönfeld u. A. Reich ist Geibels klassisches Liederbuch analkäischen Strophen. (Vgl. hier Rückerts Ghasel: Der Frost hat mir bereifet desHauses Dach sGes. Ausg. V. 274j, welches aus 20 alkäischen Versen besteht.)
3. Die asklepiadeischen Strophen.
Die asklepiadeischen Strophen leiten ihren Namen von Asklepiadesaus Samos (300 v. Chr.) her. Die ersten 3 asklepiadeischen Verse der-selben haben die größte Ähnlichkeit mit dem Pentameter, ja, sie würdenmit demselben zusammenfallen, wenn der vorletzte Takt ein Daktyluswäre. Die asklepiadeischen Strophen wetteifern in Anmut und Würdedes Rhythmus mit der alkäischen Strophe. Andernteils erinnert dieerhabene Würde der im Daktylus aufsteigenden, im Trochäus in'sStocken geratenden Bewegung an die sapphische Strophe, wobei nurder Unterschied besteht, daß dort der Grundcharakter jambisch ist,während er sich hier trochäisch entfaltet.
Man unterscheidet die 1. und die 2. asklepiadeische Strophe.
n. Diel. asklepiadeische Strophe.
Sie besteht aus drei asklepiadeischen und einem glykonischen Verseund ist also ein dikvlisches Tetrastichon.
Schema:
Beispiel:
Mag altrömische Kraft ruhen im Aschenkrug,
Seit Germania sich löwenbeherzt erhob;
Dennoch, siehe, verrät manche behende Form
Roms ursprünglichen Heldensinn. (Platen.)
b. Die 2. asklepiadeische Strophe.
Sie enthält 2 asklepiadeische Verse und einen pherekratischen nebsteinem glykonischen Verse. Sie ist somit ein trikolisches Tetrastichon.
Schema: