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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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Beispiel:

i Reizvoll klinget des Ruhms lockender SilbertonIn das schlagende Herz, und die UnsterblichkeitIst ein großer Gedanke,

Ist des Schweißes der Edlen wert! (Klopstock.)

Asklepiadeische Strophen haben außer den in obigen Strophen genanntenDichtern gebildet: Hölderlin, Herder (Germanien, in Ausg. 1844. S. 118)u. A.Vgl. auch Geibels klaff. Liederbuch, z. B. S. 123, 126 rc.

4. Die pherekratische Strophe.

Ihren Namen verdankt sie dem Dichter der älteren attischenKomödie Pherekrates (um 430 v. Chr.). Sie besteht aus drei phere-kratischen und einem glykonischen Verse.

Schema:

Beispiel:

Liebe säuseln die Blätter,

Liebe duften die Blüten,

Liebe rieselt die Quelle,

Liebe flötet die Nachtigall. (Hölty.)

5. Die gtykonische Strophe.

Sie ist nach dem alten griechischen Lyriker Glykon benannt undbesteht aus der Zusammensetzung von drei glykonischen Versen miteinem abschließenden pherekratischen Verse.

In der griechischen Tragödie ist sie 5-, 6- und mehrzellig, je nachdemmehr oder weniger gtykonische Verse verwendet sind.

Schema:

Beispiele:

a. Knabe, du mit dem MädchenblickDein verlang ich, doch hörst du nicht,

Merkst nicht, wie du die Seele mir

Sanft am Zügel dahinlenkst.

(Aus Geibels klaff. Liederbuch S. 47.)

b. Wer ein reiches und volles LosSeiner Tage begehrt, und sichNicht bescheidet mit rechtem Maß,

Ist ein thörichter Blinder.