589
Doch braucht der Moschus nicht des Krämers Lob; der KäuferRiecht seinen Duft, bedarf, was ihn belehret, nicht.
(K. Heinr. Graf in Jolowiczs Polyglotte 1856. S. 532.)
ß 185. Malaisches stlettengMcht.
Eine von Chamisso eingeführte malaische Form besieht aus beliebigvielen Vierzeilen, bei welchen immer die 2. und 4. Verszeile der einenStrophe als 1. und 3. Verszeile der folgenden Strophe wieder er-scheinen, sich also ganz wiederholen.
Das Versschema ist in Buchstaben:
a 1, s, b, b o d o, o 4 o 4, 4 6 ä 6, 6 k 8 k u. s. w.oder in Zahlen: 1 2 1 2, 2 3 2 3, 3 4 3 4, 4 5 4 5, 5 6 5 6 u. s. w.Noch anschaulicher wird das Schema durch diesen Zweizeilendruck:aal>beo<lcl88bbcoääosk t.
Beispiel:
Korbflechterin.
Der Regen fällt, die Sonne scheint,
Die Windfahn' dreht sich nach dem Wind, —
Du findst uns Mädchen hier vereint,
Und singest uns ein Lied geschwind.
Die Windfahn' dreht sich nach dem WindDie Sonne färbt die Wolken rot, —
Ich sing' euch wohl ein Lied geschwind,
Ein Lied von übergroßer Rot.
Die Sonne färbt die Wolken rot,
Ein Vogel singt und lockt die Braut
Was hat's für übergroße Not
Bei Mädchen fein, bei Mädchen traut?
Ein Vogel singt und lockt die Braut,
Dem Fische wird das Netz gestellt, —
Ein Mädchen fein, ein Mädchen traut,
Ein rasches Mädchen mir gefällt.
Dem Fische wird das Netz gestellt,
Es sengt die Fliege sich am Licht,
Ein rasches Mädchen dir gefällt,
Und du gefällst dem Mädchen nicht. (Chamisso.)
ß 186. Die Makame.
Das Wort Makame bedeutete bei den alten Arabern ursprünglicheine Art litterarischer Sitzung, in welcher improvisierte Erzählungenzum Vortrag gelangten. Es entspricht dem persischen Worte Divan,welches auch nur das zu litterarischen Darstellungen bestimmte Zimmer