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Doch kommt die Zeit, wo auch den SängerDie Sehnsucht fasset bang und bänger,
Und wo das müde Herz nicht länger
Sich um sein Recht betrügen läßt. (3 Strophen.)
6. adnboeoä.
Beispiele finden sich bei Gottfr. von Nifen (Hagens Minnes. I. 43.Nr. 5) und Heinrich von Morungen (ebd. I. 129. Nr. 30). Silchers Volks-melodien S. 6 enthalten das Beispiel: Im Mondschein, — mit jambisch-anapästi-schem Rhythmus.
7. ndg-sivoc-o.
Beispiel: Rückerts Lenzgebrauch. Auch in Liliencrons Sammlung findetsich dieses Schema Nr. 499.
<8. n 6 a 6 o o ä ä. (Geroks Heimstrvphe.)
Diese gefällige Form, welcher wir schon bei Reinmar dem Alten begegnen,und welche auch in der Neuzeit von bedeutenden Dichtern gepflegt wurde,finden wir sonst noch bei Otto v. Botenlanben (Hagens Minnes. I. 28. 4),Markgraf v. Hohenburg (ebd. I. 33. 4), Heinr. v. Veldeke (ebd. 1. 40. 26),Gottfr. v. Nifen (ebd. I. 62. 49), Dietmar v. Ast (ebd. I. 100. 7), Heinr.v. Stretlingen (ebd. I. 111. 3), Christian v. Hamle (ebd. 113. 5), Heinr.v. Morungen (ebd. I. 127. 22), Ulr. v. Wintersteten (ebd. I. 157. 20),Reinmar der Alte (ebd. 174. 1, 179. 11, 181. 14, 187. 28, 191, 37, 193,11), Burkhard v. Hohenfels (ebd. I. 203. 5), Burggraf v. Rietenburg (I. 218.1), Walther v. d. Vogelweide (ebd. I. 245. 45, 251. 61), v. Singenberg (I. 297.25), Rubin (ebd. I. 311. 1), Hartmann v. Aue (ebd. I. 331. 9) und Rud. derSchreiber (ebd. II. 265). In Liliencrons Sammlung steht ein freundliches Bei-spiel Nr. 278, ebenso in den Gesellschaftsl. Hoffmanns v. Fallersleben (351).Von Volksliedern sind zu erwähnen: Schön Dännerl, O wie geht'« im Him-mel zu, Ich bin ein Preuße von Thiersch, und Was Gott thut, das ist wohl-gethan von Rodegast. Weitere gute Beispiele sind: Arndts In Frankreich hinein,Schillers Gang nach dem Eisenhammer, Uhlands Harfnerlied, Platens Katzen-natur, Goethes Neue Liebe neues Leben, und Wirkung in die Ferne, Mat-thissons Elegie, Arnims Ermunterung, Schenkendorfs Lied vom Rhein, Joh.Falls Altes Schifferlied, Helene v. Engelhardts Sturm-Hymnus, Karl GeroksIch möchte heim, Aug. Schnczlers Verlassene Mühle, Körners Harras derkühne Springer, Bürgers Ritter Karl von Eichenhorst, sowie seine Lenore,Rückerts Amor der Besenbinder, Bethlehem und Golgatha, Die Zwei und derDritte, Karl Gärtners Frühling, Alb. Mösers Frühling, Worin Des DichtersWeib, Willatzens Der Wandersmann, Moritz Zilles Die Dichtung, König Lud-wig von Bayerns Nachtklage, A. Knapps Die Mutter am Sarge, SpittasRuhe in Gott, Rud. Mengers Der Königin Kürdssiere, Geibels Volkers Nacht-gesang. Im Hinblick auf Geroks weitbekanntes, zum Kirchenlied gewordenes(nach Hebr. 13. 14 gedichtetes) Lied „Ich möchte heim" nennen wir dieseStrophe Geroks Heim-Strophe.