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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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Warum hat mich in's LebenGerufen dein Gebot,

Wenn dn dafür nur geben

Mir willst den bittern Tod'? (Rückert, Ges. Ausg. VII. 319.)

55. a b b L o e e cl s 6 ä.

Beispiel: Der Winter von Beranger, übers. von Rubens (Msnzel,Ges. d. Völker S. 632).

56. ri b e b e ä 6 k A Ii ä. (Schefers Gewitterstrophe.)Beispiel:

In die Blüten,

In die BlätterRauscht das ersteFrühlingswetter,

Ruft die ersteNachtigall;

Aller BlumenKelche füllend,

Himmlisch, himmlischZu den Wolken

Aus dem Thal. (5 Strophen.) (Leop. Schefer.)

57. ü d ü b e e e ä e cl 6. (Bodenstedts Frühlingsstrophe.)Beispiel:

Wenn der Frühling auf die Berge steigtUnd im Sonnenstrahl der Schnee zerfließt,

Wenn das erste Grün am Baum sich zeigtUnd im Gras das erste Blnmlein sprießt

Wenn vorbei im ThalNun mit einemmalAlle Regenzeit und Winterqnal,

Schallt es von den Höh'nBis zum Thäte weit:

O, wie wunderschön

Ist die Frühlingszeit! (Bodenstedt IX. 21.)

tz 209. Die MÄfMige Strophe (Duodestme).

Die zwvlszeilige Strophe ist von den Minnesingern noch häufigerangewandt worden als die llzeilige. Wir finden bei ihnen 42 Formenderselben, während die sämtlichen namhaften neueren Dichter mirwenige Kombinationen ausweisen, von welchen noch dazu einige beiden Minnesingern bereits vertreten sind.

Die Gliederung der zwölszeiligen Strophe ist bei den Minne-singern 2 -ft 2 -ft 8, oder 3 -ft 3 ft- 6 oder 4 -s- 4 -j- 4. Die erstereForm ist die seltenere (vgl. Walther von der Vogelweide, Hartmann