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Von den neueren Dichtern haben 16zeilige Kombinationen ge-bildet: Goethe, Emil Edel, Emil Rittershaus, Osk. v. Redwitz, Jul.Grosse, Fr. Rückert, der mehrere Formen geschaffen hat, Herm. Löperund Kobell. Von den sämtlichen Sechzehnzeilen ist nur die ausReimpaaren gebildete wiederholt worden, und zwar von Goethe, Ritters-haus, Grosse und Löper.
Nicht selten erscheint die 16zeilige Strophe wie 2 unverbundenan einander gereihte achtzeilige Strophen. Im Weihnachtslied Rückertsverhindert nur der Reim das Auseinanderfalten in zwei Achtzeilen.Ähnlich ist es bei Goethes Beispiel der Fall.
Zuweilen treten die 16zeiligen Strophen als selbständige Gedichte. auf, ähnlich den vielen Rückertschen Oktaven, oder wie es im Sonettbei der 14zeiligen der Fall ist. Doch gehören in der Regel mehrereStrophen zu einem Gedichte.
Formen der sechzeynzeiligen Strophe.
1. u u b b e j 4 ä 6 s b t t 8 8 d-
Beispiel: Johannes Hadloub (Hagens Minnes. H. 282. 6).
2. uublit:1<1äe60^dll^»'b.
Beispiel: Der Vorige ebd. II. 293. 28.
3. a u b k e § 4 ä a 6 c ^ k A,8 k Ii k.
Beispiel: Der Vorige ebd. II. 299. 41.
4. g.adc^svdec^kllt'kbb.
Beispiel: Der Tanhuser (Hagens Minnes. II. 96. 15).
5. aadb^ilclstzo^AKlilit.
Beispiel: Konrad von Landegge (Hagens Minnes. I. 362. 21).
6. uubc:ed<:4 46S6k8k8.
Beispiel:
Nicht genug, daß ich mich gramenMuß und schämen,
Vor die Augen zu tretenAller srohen Leute,
Die ich sonst nicht scheute,
Selbst betretenBin ich heute
Vor des Frühlings Heeren,
Blumen und Beeren;
Daß sie fragen,
Muß ich zagen,
Nach euch zwein in diesen Tagen;