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Der Wald verschenkt in HuldenViel tausend Tausendgulden,
Nur daß sie nicht anwenden kann
Ein armer Mann
Zur Tilgung seiner Schulden,
(Rückerts Lieder und Sprüche, 49,)
15, a b u b o 4 4 4 e 6 k gü ü i i,
Beispiel:
Herr Geist, der allen Respekt verdient,
Und dessen Gunst wir höchlich schätzen,
Vernimmt, man habe sich erkühnt,
Die Schönheit über ihn zu setzen;
Er macht daraus ein großes Wesen,
Da kommt Herr Hauch, uns längst bekanntAls würdiger Geistsrepräsentant,
Fängt an, doch leider nicht galant,
Dem Luderchen den Text zu lesen.
Das rührt den Leichtsinn nicht einmal,
Sie läuft gleich zu dem Prinzipal:
Ihr seid ja sonst gewandt und klug,
Ist denn die Welt nicht grüß genug!
Ich lass' euch, wenn ihr trutzt, im Stich;
Doch seid ihr weise, so liebt ihr mich.
Seid versichert, im ganzen JahrGiebts nicht wieder so ein hübsches Paar,
(Goethe, Geist und Schönheit im Streit. II, 218.)
16. a b u b o 4 6 <; 4 6 k k Z It » k Z,
Beispiel: Ich Glücklicher der Glücklichen von Bovenstedt (Mirza-SchaffyS. 18. Nr, 13).
tz 215. Die achtzlchnMigL Strophe.
Die achtzehnzeilige Strophe kommt nur in vier Formen bei denMinnesingern vor und zwar mit der Gliederung 3 -st 3 -s- 12, sowie4 -st 4 -st 10, Dagegen findet sie sich auffallenderweise häufiger beineueren Dichtern: bei Goethe, Rückert, Fastenrath, Melch, Mehr,Bodenstedt, in der Sammlung Alldeutschland, in der Sammlung vonTalvj, sowie im „Geist des Orients" von Günsburg, Gedichte, dieaus mehreren 18zeiligen Strophen bestehen, hat nur Rückert geschaffen.
^ Bei den übrigen Dichtern treten die 18zeiligen Strophen als selb-ständige Gedichte auf ähnlich wie das vierzehnzeilige Sonett, oder dieachtzeilige Stanze. Die Bildung dieser Form verlangt Kenntnis derGesetze der Strophik, um das Auseinanderfalten in 2 neunzeilige oder3 sechszeilige Strophen zu verhüten, (Vgl. S, 732, Nr, 28.)