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Was blickt ihr mir nach, und was wollt ihr von mir?
Ich habe die Freude getragen wie ihrIn der Brust mit Lachen und Scherzen —
Nun trag' ich den Tod im Herzen.
Durch alle Wipfel der Lenzhauch geht,
Ich bin der Baum, der laublos steht;
Die Wasser rieseln so helle,
Ich bin die vertrocknete Quelle.
Die Treue, die Treue, darauf ich gebaut,
Sie ist mit dem Schnee vor der Sonne zertaut;
Wie Spreu vor dem Winde, so stiebetMeine Liebe, die ich geliebet.
k. Die Verlassene, von Martin Greif.
Denk' ich nach, was ich nun bin,
Seit er mich verlassen,
Tauscht' mit mir kein' BettlerinWahrlich auf der Straßen.
Geh' ich auf den Bittgang mit,
Weichen sie zur Seiten.
Tanzen! Gott, mein Lebtag nit —
Das Gesichterschneiden!
Mach ich, was ich machen will,
Niemand thu' ich's rechte:
Trntzig heiß' ich, wenn ich still,
Red' ich, heiß' ich schlechte.
Tret' ich in die Kirche ein,
Geht es an's Gedeute;
Donnert recht der Pfarrer d'rein,
Blinzeln alle Leute.
Abends kann ich vor der Thür'
Keiste Stunde bleiben.
Noch am liebsten ist es mir,
Meine Gänse treiben.
Komm ich an der Godel Hans,
Muß' ich mich verfärben —
Wollt', ich wär' zum Dorf hinausOder könnte sterben.
klik. Die Sprache dieser Bearbeitung hat nur hie und da etwas Gekünsteltes,Verzwicktes, weil sie den Volkston treffen will, ohne doch die eigentliche Dialektformzu wagen. Vgl. z. B. kein' für kei' u. s. w.
o. Das verlassene Mägdlein, von Ed. Mörike.
Früh', wann die Hähne krähn,
Eh' die Sternlein verschwinden,
Muß ich am Herde stehn,
Muß Feuer zünden.
Schön ist der Flammen Schein,
Es springen die Funken;
Ich schaue so drein,
In Leid versunken.