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beiden ersten Namen sind jedenfalls nur solche, die in den Gedichten jenerPeriode jeweilig die beliebtesten waren; der letztere („Lesbia") aber scheinthauptsächlich deshalb gewählt worden zu sein, um den störenden Artikel („diePhyllis") zu vermeiden rc.
ä. Mopstock.
Aus: „Der jetzige Krieg".
Erste Fassung.
Auf uns, die noch nicht wußten, derKrieg sei
Das zischendste tiefste Brandmal derMenschheit!
Mit welcher Hoheit Blick wird, wen dieHeitre
Des goldenen Tags labt, auf uns herab-setzn!
Bist du wahrer Zukunft Weissagerin,
Leier, gewesen? hat der Geist, der dichumschwebt,
Göttermenschen? oder hat er
Vernichtungssch eue Gottesleugner gesehn ?
Verbesserung und FeileKlopstocks.
Auf uns, die noch nicht wußten, der KriegSet das zischendste, tiefste Brandmal derMenschheit!
Mit welcher Hoheit Blick wird auf unsherabsetzn
Wen die Heitre labt des goldenen Tages!
Wärest du, Saite, wirklicher ZukunftWeissagerin?
Sahe der Geist, welcher dich umschwebt,
Göttermenschen? oder hat er vernich-tungsscheueGottesleugner gesehn?
Beleuchtung einzelner Momente der Feile.
Das Gedicht ist in freien, antikisierenden Versen (vgl. Poetik I, 524)geschrieben und gestattet daher beliebige Änderungen.
Um den vollen Nachdruck auf das dem Dichter verhaßte Wort „Krieg"zu legen, kürzt er im ersten Verse und schlägt das weggenommene Stück zumfolgenden Verse. In umgekehrter Weise verlängert er Vers 7, um dadurchdas Wort „Gottesleugner" in seiner ganzen Wucht wirken zu lassen und aucheinen knapperen, schöneren Abschluß zu erzielen.
Im Vers 3 und 4 verarbeitet er den störenden Zwischensatz („wen dieHeitre des goldenen Tages labt"), um die zweite Strophenhälfte aus einemGusse zu gestalten.