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tz 114. Zamdlsch-anapüftische Verse (gemischte Anapästemit steigendem Rhythmus).
Die Zahl dieser gemischten Anapäste ist außerordentlich groß.Man kann sagen, daß dieselben von jedem besseren Dichter mit Vor-liebe zur rhythmischen Malerei verwendet werden. Entweder der Iam-bus wird benutzt, um die rasche Bewegung des munteren Anapästeszu zügeln, oder der Anapäst wird angewendet, um die langsame Be-wegung des aufstrebenden Jambus in's Rollen zu bringen. SchillersAnapäste fügen viel öfter den Jambus ein, als die Gvetheschen. Siesind fast sämmtlich gemischt (logavdisch).
Bei den deutschen gemischten Anapästen ist die Stellung desJambus eine durchaus willkürliche, also keineswegs schematisch fest-stehend wie im alkäischen Verse.
4. Deutsche sambisch-anapMsche Verse.
Beispiele:
Zu Aachen in seiner Kaiserpracht,
Im altertümlichen Saale,
Saß König Rudolfs heilige MächtBeim festlichen Krönungsmahle.
Die Speisen trug der Pfalzgraf des Rheins,
Es schenkte der Böhme des perlenden Weins,
Und alle die Wähler, die sieben,
Wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt,
Umstanden geschäftig den Herrscher der Welt,
Die Würde des Amtes zu üben.
(Schiller, Graf von Habsburg.)
Wohl auf, Kameraden, anf's Pferd, auf's Pferd!
In's Feld, in die Freiheit gezogen!
Im Felde, da ist der Mann noch was wert,
Da wird das Herz noch gewogen.
Da tritt kein anderer für ihn ein,
Auf sich selber steht er da ganz allein.
(Schillers Reiterlied.)
Drei Worte nenn' ich euch, inhaltschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde.
(Schiller, Die Worte des Glaubens.)
Es bricht sich die Wälle mit Mächt, mit Mächt;
Und sie seufzt hinaus in die finstre Nacht,
Das Auge von Weinen getrübet u. s. w.
(Schiller, Des Mädchens Klage.)