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tz 126 . Einteilung der Gteichkiangssormen, sowie der imDotksmund teilenden sprichwörtlichen Formeln.
I. Man unterscheidet folgende Arten von Gleichklängen:
а. Stabreim oder Anreim, den die Metriker seit dem 16. Jahrh,mit dem Namen Allitteration bezeichnen.
Er ist jenes Tonlicht, welches auf die Klangechos der Stammsilben durchgleiche Anfangsbuchstaben hinweist (z. B. Es sinken die Säulen des Sonnenpalasts).Er findet vorwiegend Anwendung in der älteren germanischen Poesie, dagegenkommt er nur vereinzelt in der neueren vor.
d. Ausklang. Man versteht darunter jenes Klangecho, welchesdie Stammsilben durch Übereinstimmung der Konsonanten im Auslautbetont.
Beispiele: Recht und Pflicht, Eichen und Buchen, Wald und Feld.Wir begegnen dem Ausklang fast nur in einzelnen Nitornellen und hier meistnur in Verbindung mit der Assonanz.
c. Assonanz oder Vokalreim. Er bezeichnet jenes Klangecho,welches durch Wiederkehr gleicher Vokale oder Diphthonge entsteht.
Beispiele: Donner rollet in den Wolken, wider Wissen und Wille», Tagund Nacht, Rauch und Staub, Zeit und Weile, Hunger und Kummer, kurzund gut. Die Assonanz findet sich bei uns meist nur in Nachahmungen undÜbersetzungen der spanischen Dichtung.
ci. Der Reimwetzler. Er ist eine Art Assonanz, bei welcherdie nachfolgenden Konsonanten derart abgewetzt und abgeschliffen sind,daß ein unreiner Reim entsteht.
Beispiele: Gärtchen — Pförtchen, Geläute — Weite, umsonst — Kunst,können — beginnen, Menschen — Wünschen, wimmert — dämmert, schämen —Blumen, sprossen — lassen. Vgl. das Beispiel Wilh. Müllers Z 167, sowieBeispiele in Z 143 und Z 135 d. B. Der Reimwetzler bildet den Übergangvon der Assonanz zum Reim. Da wir ihn als unreinen Reim verurteilen müssen,so können wir uns mit ihm in dieser Poetik nicht weiter beschäftigen. EinigeBerechtigung erhält er, wenn die Assonanz unabsichtlich zum Reim wird.(Vgl. ein Beispiel Heines H 135: Gabe — Grabe.)
б. Der eigentliche Reim (Vollreim oder Konsonanz). Beiihm wiederholt das Klangecho ganze Silbenteile, Silben oder Wörter.
Er ist ein charakteristisches Schönheitsmittel unserer deutschen Poesie. Bei-spiele: Heute rot, morgen tot. Alte soll man ehren. Junge soll man lehren.
II. Den unter a—6 vorgeführten Arten von Gleichklängen ent-sprechen eine große Anzahl sprichwörtlicher Formeln, Verbindungen undRedensarten, die im Volksmnnd „gäng und gebe" wurden. Sie sind