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[Zweiter und dritter Band.]
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IV. Das befreite Jerusalem, von Torquato Tasso.Das befreite Jerusalem, dessen Inhalt die Eroberung des heiligenGrabes im ersten Kreuzzuge bildet und das zum Helden Gottfriedv. Bouillon hat, kann ebenso als romantisches Epos, wie als historischesgenommen werden.

Gewinnend sind die Figuren Tankred und Rinaldo, sowie die FrauenArmida, Clorinde, Herminia. Es ist in Stanzen geschrieben und wurde imgleichen Versmaß von Gries, Streckfuß, Duttenhofer übertragen.

Probe aus dem befreiten Jerusalem. (Nach dem Versmaßder Urschrift übersetzt von Duttenhofer. Stuttg. 1840.)

Gesang I. (Str. 1.) Die frommen Waffen sing' ich, und den Mann,

Der Christus hohes Grab der Kett' entschlagen;

Des Arm und Geist so herrlich viel gewann,

Der im erhabnen Kampf so viel getragen.

Fruchtlos dräut ihm die Hüll', umsonst begannAsiens und Lybiens Volk den Kampf zu wagen;

Gott schenkt ihm Huld, daß seine irre ScharBei dem Panier des Heils vereint ihm war.

Str. 6. (S. 10.) Sechs Jahre waren's, daß in der LevanteDen hohen Streit begann die Christenschar,

Durch Sturm Nicea, und das wohlbemannteAntiochien durch List zur Beute war.

Wo dann der Krieg auf Persiens Volk entbrannte.

Das ungefüg herkam und unzählbar.

Tortosa fiel; die schlechte Jahrszeit machte,

Daß nun das Heer auf's nächste Jahr erst dachte.

Gesang VI. (Str. 97.) Herminia sieht im Thäte sich allein,

Und zügelt nun den raschen Lauf der Pferde;

Da sie entgangen ist der ersten Pein,

Bangt ihr nicht mehr, daß sie ergriffen werde.

Nun fällt ihr, was sie nicht bedachte, ein,

Nun wird ihr klar erst ihres Wegs Beschwerde.

Wohl schwerer däucht ihr, als ihr LiebesdrangIhr täuschend log, sei zu dem Feind der Gang.

(Str. 114.) Doch Tankred, noch im Herzen prüfend schwerDie erste Kunde, als er dies erfahren,

Denkt nun: vielleicht kam sie aus Liebe her,

Und ist, nichts ahnend, drob nun in Gefahren.

Drum nimmt er halb nur seine schwere Wehr,

Und eilt geheim und still von seinen Scharen,

Besteigt sein Roß, und jagt auf ihrer SpurVerhängten Zügels hin durch Feld und Flur.

Gesang XVIII. Beim Heere steht da Gottfried seelengroß,

(Str. 85.) Er ändert nicht die Farbe, nicht die Stelle,

Er tröstet sie, er sorgt, daß Wasser floßAm Turm hinab, damit das Leder schwelle,