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Doch immer schlimmer wird der Seinen Los,
Schon mangelt ihnen frisches Naß der Quelle,
Da schau! mit einem Mal ein Sturmwind weht,
Der all' den Brand auf die Erzeuger dreht.
Gesang XX. So siegt Gottfried. So viel der Helle gab,
(144 Schluß des Die Sonne, die das Licht herniederstreute,
Epos.) Daß er die Sieger zu dem heil'gen Grab,
Zur Stadt hinführen kann, die er befreite.
Dort legt er nicht den blut'gen Mantel ab,
Er eilt, daß er sein Volk zum Tempel leite,
Demütig löst er sein Gelübde, d'raufHängt er die Wehr am Grabe betend auf.
V. Die Lusiaden des Camviins. Man möchte dieses Epos,in welchem Wahrheit und Dichtung zauberisch zusammenfließen, alsein historisches Feenmärchen bezeichnen. Camoöns (1524—80) behan-delt in demselben die Fahrt des Vasco de Gama nach Indien.
Inhalt: Das Epos beginnt mit einer mythologischen Scene im Stileder Äneide von Vergib Jupiter verkündet den Göttern, daß die Lusitanennach dem Willen des Fatum nach Indien ziehen. Bacchus ist dagegen. Venusdafür. Der imponierende MarS vermittelt, daß der Himmel dröhnt. DieLusitanen segeln der Küste entlang und erklären den Mohren:
Wir sind Portugiesen vom Occident,
Wir suchen Länder im Orient.
Durch ein Wunder der Venus mit ihrer Ouaräa ckivinu wird Gamaden Anschlägen der Heiden entzogen. Er betet. Venus meldet dies dem Jupiterund rührt diesen so, daß er den Gama durch Merkur im Traum warnen läßt.Der 3. Gesang berichtet von Wassenthaten und erzählt die ergreifende Episodevon Don Pedro und seiner ihm heimlich angetrauten Jnez de Castro, die derKönig Alfonso ermorden läßt. Andere Thaten folgen. Im 5. Canto wirdüber des Admirals Reise berichtet; wobei eine geographische Übersicht portu-giesischer Entdeckungen, ferner meisterhafte Beschreibung meteorologischer undanderer Erscheinungen, z. B. einer Wasserhose, eines Seesturms :c. Angeflochtenwerden. Endlich Landung in Indien! (Canto VII.) Eine höchst sorgfältigeBeschreibung von Indien schließt sich an. Vor der Heimreise läßt der Dichterseine Lusitanen noch ein wonniges Dasein mit ben Oceaniden feiern. Glücklichläßt er sie wieder auf dem Tajo anlangen.
Der Leser fühlt sich durch dieses aus 10 Gesängen bestehende Epos insüdliche Regionen versetzt, namentlich im 8. Gesang unter Indiens Himmel.„Glühende Vaterlandsliebe, unermüdliches Kämpfen gegen die Mauren, löwen-kühner Mut zur See im Sturm und Schiffbruch und im fernen Indien, leb-haftes Mitempfinden der Majestät Gottes in der Natur, innige Verehrung allesSchönen und darum auch der Frauenschönheit" sind die Grundlagen diesesportugiesischen historischen Heldenepos, das neben Booch-Arkofsy (2. Anst. 1857)noch Eitner u. a. ins Teutsche übersetzten.