Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Heißt's Unstern nicht, daß qrade des Königs Blick sich wählteZur Rast das einz'ge Knopfloch, an dem der Knopf mir fehlte?

Da hat es sich getroffen, — o schwärzester Schicksalsbock! —

Daß eben mich getroffen von Rohr der königliche Stock,

Der stand nicht im Kontrakte! Da macht' ich mich von dannen,

Und steh euch hier zu Dienste, ein Opser des Tyrannen,""

Den Stift schon nimmt der Kanzler, den Steckbrief aufzusetzen,

Der Herzog Moritz Wilhelm doch ruft in freudigem Entsetzen:

„Nun hab ich auch den Riesen, — o Anblick, Götter zu laben!

Der Kontrabaß als kleine Armgeige kann Handhaben!"

Ohnmächtig all' der Wonne, sinkt er mit bleichen Wangen,

Es war von seinem Glücksmond das letzte Viertel eingegangen.

Der Riese lädt auf den Rücken den Herzog huckepack,

Der Kanzler wallt daneben, das Zwerglein in dem Sack,

Wie Baß- und Violaträger zur Stadt heimwandeln sie,

Selbst tragend und getragen, ein schönes Bild der Harmonie.

III. Tulifäntchen. von Karl Jmmermann, Dieses komischeEpos besteht aus 3 Gesängen, I. Tulifäntchen Fliegentöter, II. DieMauer von Brambambra, III. Balsannne.

Inhalt: Das Zwerglein Tulifäntchen bewährt sich als Fliegentöter. Esfordert den Riesen Schlagadodro zum Kampf heraus, den seine eiserne Manermit seinen 50 Mohren erschlägt, wobei nur ein geschwärzter, die Nibelungenlesender Professor davonkommt. Tulifäntchen vermählt sich sodann mit Balsamine,die ihn in einen Käsig sperrt. Er sucht den Tod und wagt einen kühnenSprung. Aber anstatt zu zerschmettern fällt er in der Fee Libellens Schoßund wurde nun nicht mehr auf Erden gesehn.

Probe aus Tulifäntchen. (Nr. 3 des II. Gesangs.)

Schlagadodro! Schlagadodro!Ungeschlacht hieß dein Herr Vater,Tramplagonde die Frau Mutter,Doch du selbst heißt Schlagadodro!

Ratet klug, von wem er's kaufte?Von dem alten Tulifanten,Welcher damals Gelder brauchte.Ha Verhängnis! Tulifäntchen!

O bedeutungsvolle WahrheitJenes tiefen Spruchs aus Osten:

Was das Hänschen nicht gelernet,

Wird der Hans wohl wissen schwerlich!

Folgt mir jetzo zu dem HaushaltMeines alten NiesenschülersSchlagadodro, Schlagadodro!

Nur mir nach! Der Weg ist schlüpfrig;Felsenauf, durch WaldgerinnichtWinden sich die Pfade rieselnd.

Hütet das Gesicht vor Nesseln!

Nehmt in acht die Hand vor Dornen,

Vor dem Pfriemkraut, vor den Brombeer'n!Fürchtet nichts! Euch führt der Dichter,

Und ihn führt die sreud'ge Muse;

Nur den Fels noch! So, da sind wirAuf der Blöße, hoch im Dickicht.

Seht, da steht das Schloß Brambambra!Gelt, das ist ein Riesenlustschloß?

Kost't dreihunderttausend Thaler!

Vater sel'ger Schlagadodro'sKauft' es einst. Nun aber ratet,

Geht nur näher zu der Mauer,Ohne Scheu! Noch speist der Riese.Seht, sie ist durchaus von Gußstahl.Schlagadodro holt' aus England.Sich den Meister, der sie bauteMit geheimnisvoller Kunsthand.Nirgends seht ihr eine Schraube,Nirgends eines Stücks Verbindung,Frisch und ganz steht diese Mauer,Wie ein Kind aus Mutterleibe,

Und doch wurden viele tausendEisenplatten in einanderEingefüget; wer entdecket'

Dieses Werks verstecktes Wunder?Scheuern läßt der Riese SamstagsSeine Mohren diese Mauer,

Sie mit Schmirgel reinlich putzen,Daß sie glänzt, ein blauer Spiegel,Weit vom Berg in alle Landschaft.Denn er hält auf sie unendlich.

Und sie ist sein Glück, sein Abgott.Schlaft um aller Götter willenNicht, ihr Teuren, wenn die Mauer