Band 
1888
Entstehung
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Vorwort.

hätten lernen können.

Und nun ein Exempel zur Erläuterung der zweiten Entschuldigung.Nehmen wir an, der Bearbeiter des Kalenders ginge mit den Kollegennicht um wie mit Kollegen, sondern wie ein Fürst mit den Geladeneneines Hofballs, d. h. er schenkte jedem etwa fünf Minuten, so würdeer mit 12 in der Stunde fertig werden, oder, vorausgesetzt er arbeitetemit der Präzision einer Maschine, mit 120 an einem Arbeitstage von10 Stunden, mir 720 in der Woche, so daß für ca. 16 000 gegen 22 Wo-chen nötig wären. Zu diesem Zeitraum gesellen sich die Wochen, welcheden andern Teilen: den Vereinen, den Zeitungen, den Buchhändlern,den Agenten, den Theatern, der Städteschau rc. zu widmen sind. An-gesichts dieser Thatsachen wird man meine wiederholte und dringendeBitte wohl gerechtfertigt finden: es möchten alle irgendwie im KalenderVertretenen hinsüro die übersandten Formulare umgehend zurücksenden, sodaß möglichst im L-eptember das ganze Material der Redaktion vorliegt.Nur so wird es möglich, den Kalender pünktlich erscheinen zu lassen, ohneihn zu seinem Zwecke ungeschickt zu machen. Lie obigen Auseinander-setzungen dienen vielleicht auch den nicht wenigen „guten Freunden" zueiniger Aufklärung, die mit der bekannten Neidlosigkeit treuer Kollegendie Redaktion des Kalenders als eine Sinekure und den Herausgeber alseine Art litterarischen Jud Süß, den Preis von 6 Mark aber als eine Blut-steuer betrachten, die mit raubritterhafter Grandezza erpreßt wird. Ach!wie wenig ist gerade bei dieser Arbeit vom Raubritter etwas zu ent-decken, es sei denn der — geschundene, von diesem freilich im ver-wegensten Sinne des Worts.

Zum Schluß der konventionell klingende, aber ehrlich gemeinte Dankallen denen, die durch Mitteilung neuer Adressen den Kalender bereichert

wenigstens einige hier nennen will: Moriz Band, H. v. Basedow, Heinr.Carstens, Franz Dittmar, Dr. Ernst Fischer, Dr. Gerhard, Ludwig Ger-monik, Ost. Herrmann, Alb. Herzog, Dr. Hans Hopsen, Zos. AndreasHuschak, I. Iedrzejewski, Heinr. Klenz, Dr. Max Koch, Frieda vonKrag, Pros. Dr. H. Löwner, Th. Mehring, Meinhold L Söhne, Ad.E.Mießler, Gust. Müller, Jos. Niemetz, Dr. Max Dberbreyer, Will). Nessel,A. Schneider, Dr. Ed. Lchranka, Pros. G. Stier, Dr. Stuhlmann, Herin.Thom, A. T., Wien, N. Voigtländer, Dr. Karl Walcker, Wilh. A. Wege-ner, Pastor Wittenberg. —

ES ist heute Frühlingsanfang! Die Sonne lacht zürn Fenster hereinund die ersten Veilchen duften auf meinem Schreibtisch, — da weiß lü-den Kollegen nichts Besseres zu wünschen, als eiire vergnügte Sommer-frische, die ihnen die Kraft geben möge, die Kalenderformutare dies-mal pünktlich zu erledigen. Und dann — aber auch nur dann! — aufWiedersehen, wenn statt der Veilchen der Weihnachtsbaum eine Stunde derPoesie in dieses prosaische, hastende Leben zaubert.

Stuttgart, 1888.

Kürschner.