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und Gotha sind zeitweilig die Leuchtthürme des deutschenTheaters gewesen; Hamburg und Weimar haben selbständigeBühnen gehabt — in dem Sinne selbständig, daß von ihnenaus eine bestimmte Spielweise, gewisse Einrichtungen Shak-speare'scher Dramen sich maßgebend für die anderen Bühnenverbreitet haben. Etwas Aehnliches haben die Jetztleben-den in Betreff der Aufsührungen des Meininger Hostheatersgesehen. Undenkbar, daß Paris oder London von einerkleinen Provinzialbühne die Norm und Form erhaltenkönnten. Was in Deutschland die Theilnahme am Theaterallgemeiner machte und mit dieser Theilnahme zugleich dieBildung, die geistige Strömung verbreiten hals — dieVielheit der Bühnen, hat naturgemäß die Erstarkung einesTheaters zum Nationaltheater verhindert. Wenn Mann-heim mit Berlin-, Prag mit Wien wetteifern konnte, wiewar da das Entstehen einer Nationalbühne möglich! Wiesollte sich ein Nationaldrama entwickeln, wenn „Prinz Fried-rich von Homburg" in Wien und „König Ottokar's Glückund Ende" in Berlin fremd, kalt und unverstanden blieb?
Das Jahr 1848 hat für immer diesen Alles über-wältigenden Einfluß des Theaters im deutschen Leben ge-brochen. Ich meine zum Segen unseres Volkes. Zweiandere Factoren haben sich seitdem mit ihm in die geistigeWelt getheilt: die Presse und die politische Tribüne.Schon jetzt ist es klar, daß diesen beiden der Löwenantheilzugefallen. Ohne das gedruckte Wort in den Zeitungen,ohne das gesprochene in Vereinen, Landtagen, Parla-menten ist die Entwickelung Deutschlands nicht mehr zudenken. Von all' den großen und würdigen Aufgaben,die früher die Dichter der Bühne zuschrieben, ist ihrnur eine einzige noch geblieben: diejenige, die Menschen
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