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„Uriel Acosta" zufielen; Freytag's ganze dramatische Ar-beit beschrankt sich auf zwei Schöpfungen „Die Journalisten"und „Die Fabier"; Hebbel's „Nibelungen" erreichen nichtannähernd seine „Judith", seine „Maria Magdalena";Laube's ausgeklügelte Theaterstücke „Graf Essex" und„Der Statthalter von Bengalen" erblassen vor der Frischeund dem Farbenreichthum seiner „Karlsschüler"; trotzwiederholter Anläufe ist es Brachvogel nur mit einemeinzigen Schauspiele „Narziß" gelungen, auf der Bühnefesten Fuß zu fassen. Von den Versuchen Anderer wirdin den folgenden Blättern oft genug die Rede sein. Vordem Aufschwung, der geistigen Bedeutung und der Volks-beliebtheit des Romans ist die deutsche dramatische Dich-tung in die zweite Linie zurückgewichen.
Lohnt es sich nun, Berichte, Kritiken, Abhandlungenaus einer Zeit, wenn nicht des Verfalls, doch des Ueber-gangs zu sammeln? Für das flüchtige Blatt, das demTage diente, eine längere Dauer, einen höheren Werthzu beanspruchen? Ich glaube in dem einen Sinne, daßdamit zugleich ein Beitrag zur Geschichte des BerlinerTheaters gegeben wird. Sollen wir Deutsche aber jemalsetwas wie ein „Nationaltheater", wie das TlloLtrstrnn^Lis, besitzen, so kann sich eine solche Bühne nur aus demBerliner Hoftheater entwickeln. Die politische HauptstadtDeutschlands wird auch seine künstlerische werden. Ueberunvergleichlich bessere schauspielerische Kräfte mag das Burg-theater in Wien zur Zeit verfügen, es mag der modernenDichtung noch so liebenswürdig entgegenkommen, noch sobereit zu theatralischen Neuerungen und Wagnissen sein— für die Zukunft des deutschen Theaters wird es nie mehrdas entscheidende Wort sprechen. Ein Nationaltheater hat