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der Gegenwart ist. Und dennoch, wie ihr ruft: fort mitFaublas! rufe ich: fort mit Montjoye! Dieser Menschgehört nicht auf die deutsche Bühne, unsere Sprache istzu edel für diese sentimentale Nichtswürdigkeit. Von einemgroßen Verbrecher kann man sagen: er war ein Mann;die Cameliendame stirbt wenigstens, als sie znm erstenMal wahrhaft liebt — Montjoye aber ist zuletzt der edle,der gute Mann, der Lebensphilosoph, der WohlthäterAller und immer mit dem idyllischen Veilchenstrauß.
Wie dies Stück sich auf die Hofbühne verirrte, weißich nicht. Jetzt aber ist es in die Macht des Publikumsgegeben, ihm ein langes Dasein zu gönnen oder es in dieNacht zurückzuscheuchen, aus der es auftauchte. Die Aus-stattung war glänzend und überraschend; der Darstellungfehlte es bei allem Fleiß der Einzelnen an französischerLeichtigkeit, Feinheit und Frische. Herrn Kaiser'sMontjoye, trefflich in der Maske, in den Momenten derAufregung kraftvoll und bedeutsam, bleibt im Ganzen dochnur ein farbloses Bild. Die vornehme Ueberlegenheit,die Selbstironie des Banquiers kommt nicht zur lebendigen,Wirkungsreichen Erscheinung, es ist ein gewisser Kanzlei-stil in Herrn Kais er's Auffassung der Rolle, der mehrin dem Ausgang als in dem Beginn des Stückes begründetliegt. Eine ehrliche Haut und eine gute Seele ist derHorace Brandin des Herrn Berndal. Einige Ueber-treibungen abgerechnet, verdient die Schöpfung des Künstlersvolle Anerkennung, einen leichtblütigen Franzosen siehtman freilich nicht in ihm, eher einen deutschen Maschinen-bauer. Sehr liebenswürdig gab Frl. Auguste Taglioni(Cöcile) ihre Hauptscene, mit Anstand entledigten sich Fr.Jachmann (Henriette) und Fr. Kierschner (Anita)