Band 
[Erster Band]
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an regelmäßigen Tragödien, die ein und ein anderes Malvon ihrem Hofstaate — so in Salzdahlum Corneille's„Lortorins" — gespielt wurden, ergötzten; die Gelehrtenihre Schulkomödien, oft in lateinischer Sprache, „zurKurzweil und um den Schülern Hardiesse zu machen",ausführten, „persormirten" die wandernden Truppen ihreSchauspiele zur Freude des „gemeinen Hansens". Ursprüng-lich steckte der Thespiskarren jeder Nation tief im Schmutzdes Weges. Die Muse des Schauspiels ging im Anfangüberall barhäuptig und barfüßig ihre Bahn. Denn diedramatische Kunst ist eine demokratische. Mehr als jedeandere hängt sie von dem Zusammenfluß einer großenMenge ab, sie braucht ein größeres Publikum, eine Stadt,mindestens ein Dorf. Spanien, England hatten ihreWandertruppen, Molwre ist dreizehn Jahre lang in denProvinzen Frankreichs umhergezogen, ehe er in Pariseine bleibende Stätte fand. Aber jenen Völkern wurdeendlich der dramatische Dichter geboren: Lope de Vega,Shakspeare, Mvlwre; ihre Hauptstädte, Madrid, London,Paris, wetteiferten mit einander in theatralischen Spielen.Nicht wie bei uns verschwendeten die Fürsten ihr Geldfür italienische Sängerinnen und Bajazzo's; nicht galt esdort für adlig, das Ausländische zu vergöttern und dasEinheimische zu verachten. Wir redeten eine Sprache,aus allen Sprachen Europa's wie ein Narrenkleid müh-sam zusammengeflickt, uns fehlte Alles, um ein Volk zusein. Kein Wunder, daß nach dem furchtbaren dreißig-jährigen Kriege die Volksbühne vollends verwilderte:nicht wie ein kunstvoll angelegter Garten, wenn ihm diePflege des sinnigen Gärtners fehlt, in eine blumige,duftige und phantastische Wildniß ausartet, sondern wie