Band 
[Erster Band]
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einem Herzog von Montpensier erhebt. Der Prinz Condskonnte am wenigsten, wie ihm Brachvogel andichtet, aneine Vermählung mit ihr denken, er war längst mit ClaireClemence de Brezo verheirathet. Eine Erstürmung derBastille durch die königliche Garde, eine Gefangennahmeder Prinzeß hat ebenso wenig stattgefunden, wie jemalsder Herzog von Nemours durch Conds's Hand gefallenist: er starb im Zweikampf gegen den Herzog von Bean-fort. Brachvogels Drama ist eine phantastische Erfindung,der Kanonenschuß ist seine einzige Realität. Von denGegensätzen des Adels und des Königthums, von demAufflammen populärer Leidenschaften findet sich darinkeine Spur: ein Weib, das sich in ihrer Ehre durch denKönig und den.Geliebten beleidigt glaubt, rächt sich inheroischer Weise; die Gefangene will der Sieger zu einerniedern Heirath zwingen, oder giebt sich wenigstens diesenSchein, bis die Seelengröße des Geliebten, eben jenesGardekapitäns Tarascon, alle Dissonanzen harmonischauflöst.

Um diesen kargen und unbedeutenden Inhalt bauschtsich in prächtigen, bunten Falten eine belebte, kriegerischeStaatsactivn mit Marschüllen und ränkelustigen Damen,mit Prinzen und Schreibern, Soldaten und Pagen. DasVolk hat in diesen! Gemälde wenigstens die Rolle einesBittenden an den Stufen des Throns. Die Majestätdes jungen Ludwig geht über dem Ganzen wie die Sonnedes schönsten Tages auf. Der bei seinen Lebzeiten sovielfach vergötterte König kann mit der Glorie zufriedensein, die ihm Brachvogel um das jugendliche Haupt spannt;nicht Boileau und Corneille, nicht Racine und Moliörehaben ihn so verherrlicht. Indeß, diese schmeichlerische