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[Erster Band]
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Montag, den 24. April 1865: Sardanapal. Großes histo-risches Ballet in vier Akten und sieben Bildern von PaulTaglioni.

Alls dem ersten geschichtlichen Unterricht Pflegt sichneben den griechischen Helden kein Bild lebendiger derjugendlichen Phantasie einzuprägen, als der UntergangSardanapal's. Ein weibischer, unkriegerischer Fürst be-schließt die Reihe erobernder Männer, die in Ninive ge-herrscht haben; Ehrgeizige, Soldaten und Priester, Arbacesder Weder, Belesys der Babylonier, empören sich widerihn, schnell schließen sich die unterworfenen Völker ihnenan, nach drei verlorenen Schlachten errichtet Sardanapal,um königlich zu enden, in seinem Schlosse einen unge-heueren Scheiterhaufen von all' seinen Kostbarkeiten undverbrennt sich darauf mit seinen Frauen. Eine orien-talische, phantastische Sage, die der geschwätzige Mundder Griechen weiter getragen hat, nicht ohne poetische,vorbildliche Züge. Aus diesem Stoff hat, Lord Byronein Drama gemacht, im französisch-klassischen Stil, Ein-heit des Orts und der Zeit bewahrend: ein Drama vollgeringer Handlung, aber reich an tiefsinnigen Gedanken,lyrischen Ausbrüchen, Dithyramben und glänzenden Schil-derungen. In Sardanapal spiegelt sich, wie fast in allenseinen Helden, der Dichter selbst wieder. Bei der Schil-derung des Bacchanals in dem altassyrischen Palast denktder kundige Leser an die wilden und ausgelassenen Feste,die Lord Byron in Venedig feierte. An diese Tragödieschließt sich, dem allgemeinen Umriß nach, das neue Balletunseres erfindungsreichen Meisters Paul Taglioni an.Die liebende, aber vernachlässigte Gemahlin des Herr-schers, Zarina; das Griechenmädchen Myrrha, zu dem