Band 
[Erster Band]
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Lvrd Byron's Sardanapal eins schwärmerische, halbwegsromantische Liebe hegt; der tapfere Feldherr Salamenessind der Dichtung entnommen. Der Versuch des Ballet-Sardanapals, den Bacchusdienst in Ninive einzuführen,gründet sich auf die schöne Rede des Tragödien-Sardana-pals im ersten Aufzuge des Drama's zu Salamenes. Da-gegen gehören andere Züge, wie das Sonnenfest und derSchleierraub, dem Meister Taglioni ursprünglich als rechtesund echtes Eigenthum an.

Das Wesen eines Ballets möchte ich eher in einerVerbindung des Phantastischen und Märchenhaften mitdem Komischen und Grotesken, als in der Darstellungeiner historischen, an sich tragischen Handlung suchen.Wunderbare und burleske Züge sollen in einer Pantomimeund Tanzdichtung mit einander abwechseln, in rascher Folgeeine Verwandlung die andere verdrängen; das Ganze nieden Charakter der Heiterkeit und des Scherzes verlieren,das fröhliche Gelächter des Publikums nie durch einenSchatten des Ernstes getrübt werden. Das neue Balletist ein Versuch in eine Welt hinein, die im Grunde derleichten Kunst der tanzenden Muse immer verschlossenbleibt. Die glänzende Ausstattung, die prächtigen Deko-rationen müssen der dürftigen und unklaren Handlung, diezu ihrem Verständniß nothwendig die Sprache fordert,aufhelfen. „Zu den Dekorationen sowohl, als auch zuden Kostümen und Requisiten sind die bei den Aus-grabungen von Ninive aufgefundenen Skulpturen, Reliefsund Ornamente, welche die Museen zu London, Parisund Berlin im Original besitzen, kopirt und benutztworden." So der Theaterzettel. Offenbar wird unser anti-quarisches Interesse am lebhaftesten bei der Darstellung

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