Band 
[Erster Band]
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zu erregen pflegt, noch um ein Bedeutendes vermehrt.Unwürdig nannte ich die Behandlung, denn einem Dichterwie Paul Heyse gegenüber hat das Publikum doch nichtnur ein Recht, sondern auch eine Pflicht. Es mag ab-lehnen, was ihm nicht gefällt, aber ablehnen in anstän-diger Form. Wie auch das Gesammtnrtheil über Heyse'sdramatische Dichtungen ausfällt, eins wird man ihm nichtabsprechen können, die Vielseitigkeit seines Talents. Er ver-sucht sich im Alterhum, im Mittelalter, in der Renaissance,wie im Rococo, und immer mit einen: gewissen theatra-lischen Geschick, oft in der trefflichsten Wiedergabe desLokaltons. Abgesehen von „Kaiser Hadrian", der dasZeitalter, seine Stimmungen und geistigen Bestrebungen,die aegyptische Landschaft in glücklichster Weise zum Aus-druck bringt, wie lebenswahr und voll dramatischer Bewe-gung ist die Scene im Rathhauskeller in dem Drama„Colberg", der Anfang der „Maria Moroni": ein italieni-sches Dorf in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts,das Schloß des Grundherrn auf dem Hügel darüber,Bauern und Bäuerinnen in malerischer Tracht, der junge,römische Adelige, die Eberjagd. Warum, bei so vielenglücklichen Eigenschaften, hat es nun doch Paul Heyse nochzu keinem, wie man so sagt, durchschlagenden Erfolg aufder Bühne gebracht? Ihm jede dramatische Kraft abzu-sprechen, ist im Hinblick auf manche leidenschaftliche Scene,auf Einzelheiten voll tragischer Herbheit ein Verkennen odereine Ungerechtigkeit; ich möchte den Grund für all' diesehalben Erfolge darin suchen, daß die Erfindungen Heyse'ssämmtlich epischer Art sind und nur äußerlich die drama-tische Form angenommen haben. Man denke sich „Elisa-beth Charlotte", „Maria Moroni", „Ehre um Ehre",