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die Freundschaft des Kaisers Hadrian zu dem schönenAntiiwns erzählt und man hat eine Reihe jener gefälligenund nach vielen Seiten hin mustergültigen Novellen, dieder schönste Ruhm des Dichters sind. Bei der Umwand-lung der epischen in die dramatische Form tritt die großeSchwierigkeit ein, den Zuschauern die erste, die einleitendeSituation glaubhaft zu machen. Schon bei Shakspeareist es so; König Lear, Othello, der Kaufmann von Ve-nedig, Maß für Maß, Cymbeline, sind in ihrem Verlaufnur möglich, wenn wir die Exposition, die Voraussetzungendes Dichters hinnehmen. Und ich irre wohl nicht, wennich behaupte, daß wir weder Lear's Urtheilssprnch gegenCvrdelia noch Desdemona's Liebe zu einem Neger einemmodernen Dichter so ohne Weiteres zugeben würden. DerErzähler kann, so oft es ihm beliebt, in dem Fortgangseiner Geschichte auf ihren Beginn zurückkommen, ihn wieder-holt erklären, deuten und dem Leser umnerklich immer näherbringen; die alte Sage vorn König Leir ist viel-glaubhafterund wahrscheinlicher in ihrem Nahmen, als Shakspeare'sTrauerspiel. Ein naives wundersüchtiges Zeitalter nun,wie das Shakspeare's und Cervantes' es war, fügt sichfreilich williger der Phantasie des Dichters als ein kri-tisches; bei Heyse kommt noch überdies hinzu, daß er selbstdas Gewagte seiner Voraussetzungen dunkel empfindet undsie durch eine gewisse Kleinmalerei der Motive halb zustützen, halb zu verhüllen sucht.
So in „Ehre um Ehre". In der Mitte der Regie-rung Lndwig's XV., im Jahre 1746, in einer längst schonentsittlichten Gesellschaft, vermählt sich Fräulein Manchevon Villartzvn, um einer Heirath zu entgehen, die ihr ver-haßter ist als der Tod, mit einem verwundet aus dem