286
(Cleanth), Oberlaender (Diafoirus), Hiltl (Purgon),Siegrist (Flenrant), Thomas (Bonnefoi) leidlich ange-messen, doch ohne jede tiefere Charakteristik gespielt. Beider ersten Aufführung des „malaäo imaZiimirs" war dieBesetzung freilich anders, da spielte die erste Schauspielerinder Truppe, Molisre's Frau Armande, die kleine Rolle derAngelika, der treffliche La Grange den Cleanth. In einemBericht, den auch Baudissin in den Noten zu seiner Ueber-setzung beibringt, heißt es über das Spiel Beider: „Auchohne gerade schöne Stimmen zu haben, entzücken sie durchihren Vortrag und ihr stummes Spiel. Sie sind nie un-beschäftigt und hören ebenso gut zu, als sie sprechen. IhreAugen sind nie zerstreut, noch weniger mit dem Publikumbeschäftigt; sie sprechen und agiren, als wären sie nur fürihre Mitspieler da. Sie kleiden sich vortrefflich und mitgroßer Sorgfalt, sowie sie aber die Bühne betreten haben,denken sie nicht mehr an ihren Anzug, und wenn dieMoliore mitunter einmal ihre Locken ordnet oder sich mitihren Bandschleifen zu schaffen macht, geschieht es gewißmit bewußter Absicht und gehört zu ihrer Rolle." Dawar es kein Wunder, daß die Komödie gefiel, daß dieLiebesscenen, die auf unserer Bühne beinahe aus demRahmen des Ganzen gleiten, ihr einen poetischen Reizmehr verliehen. Andere Zeiten, andere Lieder! UnserPublikum hörte mit gelassener und gelangweilter Würdezu, wo das Moliere's sich vor Lachen und Uebermnthausschütten wollte.