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Mittwoch, den 17. Januar 1872: Der neue Achilles.
Schauspiel in drei Akten von Kosts Meilen.
Dem neuen Drama liegt eine Episode aus dem Lebendes österreichischen Generals Montecuculi zu Grunde. Inden Feldzügen, welche das Haus Habsburg in den Jahren1660 — 1672 gegen Türken und Franzosen zu führen hatte,erwarb Graf Raimund Montecuculi den Ruf eines aus-gezeichneten Strategen. Seine Zeitgenossen haben ihn wohlmit Hannibal verglichen; seinem Nebenbuhler Turenne hater den Sieg und den Nachruhm streitig gemacht. Oester-reich verdankt ihm den entscheidenden Sieg über die Türkenbei St. Gotthard am 1. August 1664. Insofern hat derStoss und der Held des Weilen'schen Dramccks für Wieneine ganz andere Bedeutung, erregt dort eine andere, gleich-sam natürlichere Theilnahme, als bei uns, wo dieselbeauf künstlichem Wege gewonnen werden muß. Es heißtzwar immer, der Dichter solle uns für seinen Stoff zuerwärmen wissen, aber erwärme sich einer für einen Hel-den, an dem der Name das einzig Heroische ist; ein Name,der uns noch dazu vollständig fremd klingt und keinen Nach-hall in unserer Brust weckt. Weilen hat nichts gethan,uns seinen Montecuculi als Helden vorzuführen; wirmüssen den Anderen aufs Wort glauben, daß einzig aufihm das Heil Wiens, Deutschlands, der Christenheit, injenem verhängnißvollen Augenblick, beruht; ihm selbstglauben, daß er die Schlacht, die er so lebendig zu schil-dern versteht, auch ebenso herrlich in Wirklichkeit gewinnenwird.
Von den leitenden Männern in Wien zurückgesetzt,hat Montecuculi, eine stolze, empfindliche Seele, den Com-mandostab niedergelegt, seine Verlobte, eine Gräfin Mar-